Eurotransport.de präsentiert den LAE-Transportpreisindex

Eurotransport.de präsentiert den LAE-Transportpreisindex
Neues Hoch erreicht

eurotransport.de präsentiert den LAE-Transportpreisindex: Der Transportpreisindex am deutschen FTL/LTL Kontraktmarkt stieg im April 2026 deutlich an.

LKW-Zugmaschinen mit Anhänger stehen bereit zum Transport
Foto: Adobe Stock - Countrypixel

Generell gilt der Kontraktmarkt als wenig dynamisch und das ist auch so beabsichtigt: Mit mittel- bis langfristig laufenden Kontrakten wollen Verlader, Spediteure und Transporteure die Tages-aktuellen Einflüsse auf die Preisbildung von ihrem Geschäft fernhalten und es damit für beide Seiten besser kalkulierbar machen.

Transportpreisindex erreicht Rekordniveau

Nun weht aber offenbar ein anderer Wind: Der Transportpreisindex am deutschen FTL/LTL Kontraktmarkt stieg im April 2026 deutlich an und erreicht mit 134,4 Punkten ein neues Hoch. Während die Transportnachfrage im Straßengüterverkehr nach wie vor merklich gedämpft ist, verfestigt sich die bereits seit Ende 2025 zu beobachtende Entkopplung von Mengen und Preisen.

Diesel-, Energie- und Personalkosten steigen

Spediteure und Frachtführer sehen sich mit massiv steigenden Kosten konfrontiert, die sie im Kontraktgeschäft zunehmend über indexierte Klauseln und Neuverhandlungen in die Frachtraten einpreisen. Die zeitversetzte Weitergabe der explodierenden Dieselkosten macht sich nun auch deutlich in den Frachtraten am Kontraktmarkt bemerkbar. Die Frage, ob die aktuellen Preiserhöhungen „nur“ weitergereichte Dieselaufschläge sind, greift jedoch zu kurz: Zwar spielt der Treibstoffkostenblock eine zentrale Rolle, gleichzeitig spiegeln die steigenden Kontraktpreise auch generelle Kostenwellen bei Energie, Personal, Zinsen und Versicherung sowie die Risikozuschläge der Frachtführer wider, die angesichts des Nahost Kriegs und volatiler Einkaufspreise Planungssicherheit für ihre Flotten suchen.

Kostenwellen treffen den Mittelstand

Besonders der Mittelstand verliert in diesem Umfeld weiter an Boden. Nachlaufende Diesel- und Mautanpassungen sowie weitere Vertragsrunden werden das Preisniveau im FTL/LTL Kontraktmarkt auf einem hohen Niveau stabilisieren, statt spürbar zurückzugehen. Damit sind die Tore für massive „durchgereichte“ Preiserhöhungen auf nahezu allen Märkten weit geöffnet und das von Volkswirten als dunkle Bedrohung beschriebene Phänomen der Stagflation – also starke Inflation bei rückläufiger Nachfrage – rückt näher. Die Krise verfestigt sich, befristete Steuersenkung für Treibstoffe hin oder her.

„Risikoaufschläge und strukturelle Kostenwellen treiben auch die Kontraktpreise. Das Tor für eine schleichende wirtschaftliche Stagflation öffnet sich“, sagt Dr. Ludwig Häberle, Projektmanager, Logistics Advisory Experts.

„Der aktuelle Transportpreisindex ist das Fieberthermometer eines Transportmarktes, der operativ noch läuft, wirtschaftlich aber immer stärker unter Hochdruck gerät“, sagt Christian Doepgen, Medienvorstand Swiss Shippers' Council.