Der LAE-Transportpreisindex berichtet für den Monat März 2026 im FTL/LTL-Spotmarkt von einem monatsbezogenen Preissprung von 6.7 Punkten, so massiv wie schon lange nicht mehr. Zudem erreicht das Preisniveau auf diesem sensiblen Teilmarkt ein neues Rekordniveau. Sind das jetzt die mit dem Nahost-Krieg einhergehenden und erwarteten Preissprünge? Oder bläst der Wind zwar rau, aber entwickelt sich bald zum Sturm?
Der zentrale Kostentreiber ist der Dieselpreisschock: Seit Jahresbeginn bis Ende März sind die Dieselpreise um mehr als 40 Prozent gestiegen, teilweise wurde die Marke von 2,50 Euro gerissen. Aber das reicht für die Preisanalyse nicht. In der Zusammenschau ergibt sich ein Bild, in dem die reale Fahrleistung auf deutschen Straßen leicht zurückgeht, die verfügbaren Kapazitäten jedoch noch stärker ausgedünnt werden und die Spotnachfrage auf Plattformen hoch bleibt – ein strukturell angespannter, klar Nachfrage-lastiger Markt, in dem hohe Energie- und Personalkosten sowie Fahrzeugrückgänge die Angebotsseite bremsen.
Viele kleinere Unternehmer mit langen Zahlungszielen drosseln daher ihre Aktivität oder lehnen zu niedrig bezahlte Ladungen ab, was die effektive Kapazität am Spotmarkt zusätzlich verknappt.
Für Spediteure und Frachtführer bedeutet dies, dass attraktive Spotladungen zwar vorhanden sind, diese jedoch nur von Unternehmen profitabel bedient werden können, welchen es gelingt, die gestiegenen Betriebskosten in Gestalt höherer Frachtraten weiterzugeben und Transportaufträge nur selektiv annehmen, eben dann, wenn sie preislich attraktiv sind.
Wie es weitergeht, hängt wohl insbesondere von kurzfristigen geopolitischen Entwicklungen ab. In wenigen Tagen läuft die Waffenruhe im Nahen Osten ab. Dann könnte es – auch gepaart mit anhaltenden Sperrungen der Straße von Hormus – zu nicht absehbaren Folgen für die Dieselpreisentwicklung und die Verfügbarkeit von Treibstoffen kommen. Mittlerweile sind bereits politische Szenarien für Energie-Lockdowns in Arbeit, die schlechte Phantasie kennt keine Grenzen.

Dr. Ludwig Häberle zum LAE-Transportpreisindex März
"Der Preissprung im Transportmarkt ist kein alleiniger Diesel-Effekt – er ist das Ergebnis strukturell knapper Kapazitäten in einem geopolitisch hochsensiblen Umfeld", so Dr. Ludwig Häberle, Projektmanager, Logistics Advisory Experts





