dm-drogerie markt baut seinen Logistikstandort in Wustermark westlich von Berlin deutlich aus. Neben dem bestehenden Verteilzentrum entsteht ein zusätzliches, hochautomatisiertes Kleinteileverteilzentrum. Mit der Erweiterung reagiert der Handelskonzern auf die wachsende Sortimentsbreite, steigende Anforderungen bei Kleinteilen sowie den zunehmenden Anteil dekorativer Kosmetik im Filial- und Distributionsgeschäft. Der Baubeginn ist für Anfang 2026 geplant, die Inbetriebnahme für das Jahr 2029. Insgesamt investiert dm mehr als 200 Millionen Euro.
Zweites Verteilzentrum ergänzt bestehenden dm-Standort
Der Standort Wustermark ist seit Jahren ein zentraler Baustein im Logistiknetzwerk von dm. Mit dem neuen Kleinteileverteilzentrum wird die bestehende Infrastruktur gezielt ergänzt. Hintergrund ist das kontinuierliche Wachstum des Sortiments, insbesondere bei kleinteiligen Artikeln mit hohen Umschlagfrequenzen. Die bislang zentrale Versorgung aus dem Logistikzentrum Weilerswist bei Bonn stößt perspektivisch an Kapazitätsgrenzen. „Die Kapazitäten im Logistikzentrum für Kleinteile und dekorative Kosmetik in Weilerswist reichen langfristig nicht aus, um das wachsende Sortiment und die steigenden Anforderungen zu bedienen“, erklärt Wulf Kristian Bauer, dm-Geschäftsführer und verantwortlich für das Ressort Logistik. Der Standort Weilerswist bleibe jedoch weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Versorgungsstruktur.
Automatisierung als Antwort auf Komplexität und Effizienzanforderungen
Das neue Verteilzentrum in Wustermark wird als hochautomatisierte Anlage konzipiert. Die Lieferung und Implementierung der Intralogistik übernimmt TGW Logistics aus Österreich. Geplant ist ein roboterbasiertes System mit hohem Automatisierungsgrad, das auf schnelle Durchlaufzeiten, hohe Kommissionierleistung und Prozessstabilität ausgelegt ist. Neben TGW sind weitere spezialisierte Partner eingebunden: Die FC-Gruppe begleitet das Projekt im Projektcontrolling und als Bauherrenvertretung, die Logistikberatung Nuno verantwortet das Projektmanagement, während Phase 5 International die Generalplanung des Gebäudes übernimmt. dm setzt damit bewusst auf eine arbeitsteilige Projektstruktur mit klar definierten Rollen.
Logistiknetzwerk wird langfristig neu ausbalanciert
Mit der Investition stärkt dm nicht nur den Standort Wustermark, sondern richtet sein gesamtes Logistiknetzwerk strategisch auf weiteres Wachstum aus. Ziel ist eine resilientere, regional stärker differenzierte Versorgung der Märkte, insbesondere im nord- und ostdeutschen Raum. Gleichzeitig sollen Transportdistanzen optimiert und logistische Abhängigkeiten reduziert werden. Christoph Werner, Vorsitzender der dm-Geschäftsführung, betont die langfristige Dimension des Projekts: „Der Ausbau unseres Logistiknetzwerks ist ein logischer Schritt für die Zukunftsfähigkeit von dm. Gleichzeitig unterstreichen wir mit dieser Investition unser Vertrauen in die Region und die Bedeutung des Standorts Wustermark.“
Signal an Logistik- und Intralogistikbranche
Das Projekt in Wustermark reiht sich in eine wachsende Zahl großvolumiger Logistikinvestitionen im deutschen Handel ein. Für die Logistikbranche ist es ein weiteres Beispiel dafür, wie Handelsunternehmen auf steigende Komplexität mit Automatisierung, Digitalisierung und struktureller Netzwerkoptimierung reagieren. Die lange Projektlaufzeit bis 2029 verdeutlicht zugleich die strategische Planungstiefe und den hohen Anspruch an Skalierbarkeit und Zukunftssicherheit.






