Die stark gestiegenen Dieselpreise setzen die deutsche Transportbranche zunehmend unter Druck. Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) warnt, dass die aktuelle Kostenentwicklung nicht nur Transportunternehmen gefährdet, sondern auch die Versorgung von Bevölkerung und Wirtschaft. Nach Angaben des Verbands berichten viele mittelständische Speditionen bereits von erheblichen wirtschaftlichen Problemen. „Viele Betriebe geraten durch die Dieselpreisexplosion binnen weniger Tage an die Grenze ihrer Belastbarkeit“, sagt BGL-Vorstandssprecher Prof. Dr. Dirk Engelhardt. Da rund 85 Prozent aller Güter in Deutschland per Lkw transportiert werden, könnten steigende Transportkosten direkte Auswirkungen auf Lieferketten und Warenpreise haben.
Dieselpreis steigt – Kosten im Transport explodieren
Die Dieselpreise haben sich innerhalb kurzer Zeit stark erhöht. Laut BGL lag der Preisanstieg zuletzt bei bis zu 28 Prozent. Für Transportunternehmen hat das gravierende Folgen. Kraftstoffkosten machen etwa ein Drittel der Gesamtkosten im Straßengüterverkehr aus. Steigt der Dieselpreis um zehn Prozent, erhöhen sich die Gesamtkosten im Transportbetrieb bereits um rund drei Prozent. Bei einem Preisanstieg von 28 Prozent bedeutet das einen Kostenanstieg von etwa neun Prozent. Besonders problematisch: Die Gewinnmargen im Transportgewerbe liegen häufig nur zwischen 0,1 und 3 Prozent.
Steuern, CO₂-Preis und Maut erhöhen Kostendruck
Zusätzlich zum gestiegenen Dieselpreis belasten weitere Abgaben die Branche. Zu den wichtigsten Kostenfaktoren gehören:
- 47 Cent pro Liter Energiesteuer
- etwa 20 Cent CO₂-Abgabe pro Liter Diesel
- rund 35 Cent Lkw-Maut pro Kilometer
- davon etwa 16 Cent CO₂-Aufschlag
Diese Kombination aus steigenden Energiepreisen und Abgaben erhöht den wirtschaftlichen Druck auf Transportunternehmen erheblich.
BGL fordert Sofortmaßnahmen für die Branche
Angesichts der Entwicklung fordert der Verband schnelle politische Maßnahmen. Der BGL hat dafür einen „Maßnahmenplan zur Sicherung der Lieferketten“ vorgelegt.
Zu den wichtigsten Vorschlägen gehören:
- eine Dieselpreisbremse
- zinsgünstige Liquiditätshilfen für Transportunternehmen
- eine amtliche Diesel-Referenz zur Anwendung von Preisgleitklauseln
Damit sollen Unternehmen kurzfristig finanziell entlastet und Insolvenzen verhindert werden.
Lieferketten könnten unter Druck geraten
Der Verband warnt, dass die wirtschaftliche Lage vieler Speditionen kritisch werden könnte, wenn die Kosten weiter steigen. „Entscheidend ist, dass die Bundesregierung schnell, unbürokratisch und wirksam handelt, um Liquidität zu sichern, Insolvenzen zu vermeiden und die Funktionsfähigkeit der Lieferketten zu stabilisieren“, betont Engelhardt.
In Kürze: die Key Facts
Organisation: Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL)
Thema: Dieselpreisexplosion im Straßengüterverkehr
Anteil Lkw am Gütertransport in Deutschland
- rund 85 %
Kostenstruktur Transportbranche
- Dieselanteil: ca. 33 % der Gesamtkosten
Aktuelle Preisentwicklung
- Dieselpreissteigerung: bis zu 28 %
Auswirkungen
- Gesamtkostenanstieg: ca. 9 %
Gewinnmargen Speditionen
- etwa 0,1 % bis 3 %
Weitere Kostenfaktoren
- Energiesteuer: 47 Cent/Liter
- CO₂-Abgabe: ca. 20 Cent/Liter
- Lkw-Maut: ca. 35 Cent/km
BGL-Forderungen
- Dieselpreisbremse
- Liquiditätshilfen
- Diesel-Referenzpreis






