DGL übernimmt insolvente Euba Logistic

Übernahme der insolventen Euba Logistic
DGL sichert 120 Jobs und 70 Lkw

Die DGL-Gruppe übernimmt die insolvente EUBA Logistic in Angermünde. Rund 120 Arbeitsplätze und etwa 70 Lkw bleiben erhalten. Zugleich baut DGL seine eigenen Transportkapazitäten aus.

DGL übernimmt EUBA Logistic in Angermünde und sichert rund 120 Arbeitsplätze sowie eine Flotte von etwa 70 Lkw.
Foto: ETM/KI-generiert via OpenAI

Die Deutsche Getränke Logistik (DGL) übernimmt wesentliche Teile der insolventen Euba Logistic in Angermünde. Rund 120 Beschäftigte können bleiben, auch etwa 70 Lkw wechseln zur DGL-Gruppe. Für den Getränkelogistiker ist der Asset Deal zugleich ein strategischer Schritt zu mehr eigenen Transportkapazitäten.Der wirtschaftliche Übergang erfolgte zum 1. August 2026. „Mit dem wirtschaftlichen Übergang zum 1. August 2026 gelingt eine nachhaltige Sanierungslösung, die rund 120 Arbeitsplätze am Standort sichert und die Fortführung des operativen Geschäfts unter verlässlichen Rahmenbedingungen garantiert“, erklärt DGL-CEO Markus Rütters.

DGL baut eigene Transportkapazitäten aus

Für die DGL-Gruppe geht die Übernahme allerdings deutlich über die Rettung des Unternehmens in Angermünde hinaus. Der Getränkelogistiker baut mit Euba seine eigenen speditionellen Kapazitäten aus. Die Aktivitäten sollen die bereits zur Gruppe gehörende Borchers-Transportlogistik Nordwest ergänzen. Durch die rund 70 übernommenen Lkw gewinnt DGL zusätzliche eigene Transportkapazitäten und will damit insbesondere die Warenströme im Getränke-Großhandel langfristig absichern.

Radeberger und Veltins wollen saisonale Schwankungen ausgleichen

Das ist für das Geschäftsmodell der Gruppe von Bedeutung: DGL organisiert Voll- und Leergutlogistik für die Getränkewirtschaft und den Handel und ist damit auf stabile Transportketten angewiesen. Hinter dem 2019 gegründeten Gemeinschaftsunternehmen stehen die Radeberger Gruppe und die Brauerei C. & A. Veltins. Mit Euba will DGL zugleich den operativen Radius über das bisherige Geschäft hinaus erweitern. Geplant ist, die Transportkapazitäten künftig verstärkt für weitere Industriezweige einzusetzen. Damit sollen unter anderem saisonale Schwankungen im Getränkegeschäft besser ausgeglichen werden. Für die bisherigen Euba-Kunden soll sich zunächst wenig ändern. Laut DGL sollen die Auftragsabwicklung und die bestehenden Logistikleistungen fortgeführt werden. Gleichzeitig sollen sie künftig auf das größere Netzwerk der DGL-Gruppe zurückgreifen können.

Hohe Kosten brachten Euba in Schwierigkeiten

Euba Logistic blickt auf eine 76-jährige Geschichte zurück. Das Unternehmen war aktuell allerdings durch stark gestiegene Kraftstoff- und Personalkosten wirtschaftlich unter Druck geraten. Am 28. April 2026 ordnete das Amtsgericht Neuruppin die vorläufige Insolvenzverwaltung an. Christian Graf Brockdorff von der Restrukturierungskanzlei BBL wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Der Geschäftsbetrieb lief während des Verfahrens weiter, bestehende Verträge wurden erfüllt und auch neue Aufträge angenommen. Zum 1. August wurde schließlich das Insolvenzverfahren wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung eröffnet. Brockdorff wurde zum Insolvenzverwalter bestellt. Damit fiel die Eröffnung des Verfahrens zeitlich mit dem wirtschaftlichen Übergang des operativen Geschäfts an DGL zusammen.

Vom Insolvenzfall zum strategischen Zukauf

Für DGL ergibt sich aus der Sanierung damit eine doppelte Perspektive: Das Unternehmen übernimmt einen bestehenden Speditionsbetrieb mit eingespielter Mannschaft und eigener Flotte und verringert gleichzeitig die Abhängigkeit von extern eingekauften Transportkapazitäten. „Für die Bestandskunden der Euba Logistic bedeutet der Investoreneinstieg absolute Verlässlichkeit“, sagt Rütters. Gleichzeitig sollen das größere Netzwerk und die wirtschaftliche Stärke der DGL-Gruppe neue Möglichkeiten eröffnen.

In Kürze: die Key Facts

  • DGL übernimmt Euba Logistic per Asset Deal zum 1. August 2026.
  • Rund 120 Arbeitsplätze in Angermünde bleiben erhalten.
  • DGL übernimmt außerdem die Flotte mit rund 70 Lkw.
  • Euba war wegen gestiegener Kraftstoff- und Personalkosten in die Insolvenz geraten.
  • Mit dem Zukauf stärkt DGL die eigenen Transportkapazitäten, insbesondere für die Getränkelogistik.