Cargobeamer: Neue Bahnlinie Stuttgart–Mailand

Cargobeamer startet neue Alpen-Route
Stuttgart–Mailand: Mehr Verkehr auf Schiene

Cargobeamer verbindet Stuttgart und Mailand per Schiene. Die neue Linie spart CO₂ und ersetzt frühere Angebote – doch der Ausbau des Alpenverkehrs bleibt herausfordernd.

Cargobeamer auf dem Weg nach Italien
Foto: Bálint Paha/Cargobeamer

Der Verkehrs-Druck auf die Alpenregion wächst und die Schiene soll entlasten. Mit einer neuen Verbindung zwischen Stuttgart und Mailand setzt Cargobeamer genau hier an. Die Botschaft dahinter ist klar: Mehr Verkehr muss runter von der Straße und schneller auf die Schiene.

Neue Linie Stuttgart–Mailand startet mit klarer Ansage

Cargobeamer hat eine neue Verbindung im Kombinierten Verkehr in Betrieb genommen. Die Züge verkehren zwischen dem DUSS-Terminal in Kornwestheim bei Stuttgart und dem Terminal Malpensa im Großraum Mailand. Zum Start sind vier Umläufe pro Woche geplant, mittelfristig sollen es fünf werden. Damit stärkt das Unternehmen gezielt seine transalpinen Verbindungen. Ein Bereich, der aktuell stark unter Druck steht.

88 Prozent weniger CO₂ – aber reicht das?

Der große Hebel: Klimaschutz. Laut Unternehmen lassen sich pro transportiertem Sattelauflieger rund 88 Prozent der CO₂-Emissionen gegenüber dem Diesel-Lkw einsparen. Das ist eine klare Ansage, vor allem vor dem Hintergrund steigender regulatorischer Anforderungen und wachsender CO₂-Kosten im Straßengüterverkehr. Gleichzeitig bleibt die Frage: Reicht das Tempo beim Ausbau, um tatsächlich relevante Mengen zu verlagern?

Nachfolger für die „Rollende Landstraße“

Die neue Verbindung ist kein Zufall. Sie ersetzt indirekt ein Angebot, das weggefallen ist: die Rollende Landstraße zwischen Freiburg und Novara. Cargobeamer positioniert sich damit bewusst als Alternative, vor allem für Transporte, die bisher schwer auf die Schiene zu bringen waren. Denn das System ermöglicht auch den Transport nicht-kranbarer Sattelauflieger, etwa Kühl- oder Boxtrailer. Gerade hier liegt ein entscheidender Vorteil: Der Kombinierte Verkehr wird für deutlich mehr Transporte nutzbar als bei konventionellen Güterbahnverbindungen.

Alpenkorridor wird zum Schlüsselmarkt

Mit der neuen Linie baut Cargobeamer sein Netzwerk zwischen Deutschland, den Benelux-Staaten und Norditalien weiter aus. Erst Anfang des Jahres war bereits eine Verbindung zwischen Lüttich und Domodossola gestartet. Der Fokus ist klar: der Alpenkorridor. Hier treffen steigende Transportmengen, begrenzte Infrastruktur und politische Vorgaben aufeinander. Die Nachfrage scheint da zu sein. Laut Cargobeamer wächst der Bedarf nach Kapazitäten im Kombinierten Verkehr zwischen Südwestdeutschland und Norditalien deutlich.

Fazit: Schiene gewinnt – aber der Druck bleibt hoch

Die neue Verbindung Stuttgart–Mailand zeigt, wohin sich der Markt bewegt: weg von der Straße, hin zur Schiene. Doch der Ausbau kommt in kleinen Schritten. Während der Bedarf steigt, bleibt die Umsetzung komplex, von Infrastruktur über Terminals bis zur Traktion. Oder anders gesagt: Die Richtung stimmt. Aber ob das Tempo reicht, entscheidet sich jetzt.