Cargobeamer erhöht Frequenz auf drei Strecken

Schienentransport für Sattelauflieger
Cargobeamer erhöht Frequenz auf drei Routen

Cargobeamer erhöht auf drei europäischen Strecken die Zahl der Güterzüge. Zwischen Kaldenkirchen und Domodossola gibt es jetzt 22 Rundläufe pro Woche. Auch in Frankreich und Italien wächst das Angebot.

Cargobeamer auf dem Weg nach Italien
Foto: Bálint Paha/Cargobeamer

Mehr Züge, kürzere Wartezeiten und bessere Anschlüsse für Speditionen: Cargobeamer baut sein europäisches Netzwerk für den Schienentransport von Sattelaufliegern aus. Auf gleich drei Relationen hat das Unternehmen in den vergangenen Wochen die Frequenzen erhöht. Die zusätzlichen Verbindungen sind bereits in Betrieb. Den größten Umfang erreicht die Strecke zwischen Kaldenkirchen am Niederrhein und Domodossola in Norditalien. Dort verkehren inzwischen 22 Rundläufe pro Woche. Nach Angaben von Cargobeamer gehört die Relation damit zu den frequenzstärksten Verbindungen im Kombinierten Verkehr (KV) in Europa. Der Ausbau ist vor allem für Speditionen interessant, die ihre Sattelauflieger auf langen Strecken von der Straße auf die Schiene verlagern wollen. Das Cargobeamer-System ermöglicht dabei auch den Transport nicht-kranbarer Auflieger, die sich nicht ohne Weiteres mit herkömmlichen Umschlagkränen verladen lassen.

Frankreich: Angebot in sechs Monaten verdoppelt

Besonders dynamisch entwickelt sich nach Unternehmensangaben die innerfranzösische Verbindung zwischen Calais und Perpignan. Dort hat Cargobeamer die Frequenz auf acht wöchentliche Rundläufe erhöht. Es ist bereits die zweite Fahrplanerweiterung auf dieser Strecke im laufenden Jahr. Innerhalb von weniger als sechs Monaten hat das Unternehmen damit sein Angebot in Frankreich verdoppelt. Dabei soll es allerdings nicht bleiben: Perspektivisch strebt Cargobeamer bis zu zwei Abfahrten täglich je Richtung an. Gerade für zeitkritische Transporte wäre das ein wichtiger Schritt, weil häufigere Abfahrten die Einbindung in bestehende Lieferketten erleichtern. Einen konkreten Termin für die nächste Ausbaustufe nennt das Unternehmen allerdings noch nicht.

Stuttgart–Mailand: Jetzt fünf Rundläufe pro Woche

Auch auf der Verbindung zwischen Kornwestheim bei Stuttgart und dem Wirtschaftsraum Mailand wächst das Angebot. Die erst im April 2026 gestartete Relation wurde von vier auf fünf wöchentliche Rundläufe aufgestockt. Damit bietet Cargobeamer nach eigenen Angaben nun werktägliche Abfahrten zwischen den beiden Wirtschaftsregionen. Die Strecke ist auch deshalb bemerkenswert, weil sie als Nachfolger der eingestellten Rollenden Landstraße (RoLa) eingerichtet wurde. Während bei der RoLa komplette Lastzüge einschließlich Zugmaschine transportiert werden, konzentriert sich Cargobeamer auf den Transport der Sattelauflieger. Nach Unternehmensangaben reagiert die zusätzliche Verbindung auf die starke Nachfrage aus dem Raum Stuttgart.

Neue Terminals sollen 2027 weitere Züge ermöglichen

Cargobeamer setzt bei seinem Ausbau nicht allein auf zusätzliche Zugverbindungen. Auch die Umschlaginfrastruktur soll wachsen. Für 2027 kündigt das Unternehmen die Inbetriebnahme der ausgebauten Terminals in Kaldenkirchen und Domodossola an. Anschließend soll die Frequenz auf diesem Korridor nochmals deutlich steigen. Tilman Apitzsch, Chief Commercial Officer (CCO) von Cargobeamer, sieht hohe Frequenzen als entscheidenden Faktor für den Kombinierten Verkehr. Je häufiger Züge auf einer Relation verkehren, desto besser lasse sich die Schiene in die Transportplanung der Kunden integrieren.

In Kürze: die Key Facts

  • Unternehmen: Cargobeamer
  • Ausbau: höhere Frequenzen auf drei europäischen Bahnverbindungen
  • Kaldenkirchen–Domodossola: 22 Rundläufe pro Woche
  • Calais–Perpignan: acht Rundläufe pro Woche
  • Frankreich: Angebot innerhalb von weniger als sechs Monaten verdoppelt
  • Kornwestheim–Mailand: fünf statt vier Rundläufe pro Woche
  • Transportgut: kranbare und nicht-kranbare Sattelauflieger
  • Terminals: Ausbau in Kaldenkirchen und Domodossola, Inbetriebnahme für 2027 angekündigt
  • Weitere Planung: bis zu zwei tägliche Abfahrten je Richtung zwischen Calais und Perpignan angestrebt