Handelsspannungen und makroökonomischen Unsicherheiten betreffen auch einen globalen Großkonzern wie DSV. Trotzdem hat der dänische Logistiker 2025 ein solides Finanzergebnis erzielt, mit einem EBIT vor Sonderposten, das um fast 50 Prozent zulegte. Dazu beigetragen hat auch die Integration von Schenker, die im übrigen bereits zum Jahresende 2026 - nach nur 20 Monaten - abgeschlossen sein soll.
Schenker-Übernahme war die größte in der Geschichte von DSV
Laut Jens H. Lund, CEO der Gruppe, sei man bei der größten und komplexesten Integration in der 50-jährigen Geschichte von DSV schneller als erwartet vorangekommen. Durch die Übernahme von Schenker sei DSV zu einem neuen weltweit führenden Unternehmen in der Transport- und Logistikbranche geworden. "Wir sind gut positioniert, um von unserem umfangreichen globalen Netzwerk und unseren Dienstleistungen, unserer kommerziellen Strategie und den bedeutenden Fortschritten in den Bereichen Digitalisierung und künstliche Intelligenz zu profitieren. Ich möchte unseren Kunden, Lieferanten und allen engagierten Kollegen für ihren enormen Einsatz und ihre Unterstützung danken."
Sattes Plus bei Landverkehr und Kontraktlogistik durch Schenker
Der Logistik- und Transportkonzern hat im vierten Quartal sowie im Gesamtjahr 2025 eine robuste finanzielle Entwicklung verzeichnet. Trotz anhaltender makroökonomischer Unsicherheiten und geopolitischer Spannungen erzielte das Unternehmen im Schlussquartal einen Bruttogewinn von umgerechnet 2,5 Milliarden Euro sowie ein EBIT vor Sondereffekten von rund 780 Millionen Euro.
Auch mit der finanziellen Entwicklung zeigte sich Lund zufrieden. Dazu habe ebenfalls die Integration von Schenker beigetragen, wovon vor allem die Bereiche Landverkehr und Kontraktlogistik profitiert hätten. Das EBIT vor Sondereinflüssen verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 48,5 Prozent. Auf Jahressicht entsprach die Performance den eigenen Prognosen, teilt DSV mit.
Die Ergebnisse der einzelnen Geschäftsbereiche:
- Air & Sea erzielte ein EBIT vor Sondereffekten von 411 Millionen Euro ein Plus von 4,1 Prozent. Schwächere Seefrachtmärkte wurden durch den positiven Beitrag von Schenker kompensiert.
- Road steigerte das EBIT vor Sondereffekten auf 135 Millionen Euro (Vorjahr: 42 Millionen Euro), unter anderem durch Schenker, Effizienzmaßnahmen und eine Stabilisierung der Märkte in Europa.
- Contract Logistics verbesserte sich deutlich auf 202 Millionen Euro (2024: 71 Millionen Euro)), getragen von der Schenker-Integration, einer fokussierten Vertriebsstrategie und einer höheren Auslastung der Lagerkapazitäten.
Synergien durch Schenker-Kauf: jährlich rund 1,2 Milliarden Euro
Langfristig rechnet DSV mit jährlichen Synergien von rund 1,2 Milliarden Euro, deren volle Wirkung ab 2027 erwartet wird. Für 2026 wird ein kumulativer positiver EBIT-Effekt von rund 670 Millionen Euro prognostiziert.
Die Transaktions- und Integrationskosten beliefen sich 2025 auf 4,5 Milliarden Euro und lagen damit über den ursprünglichen Erwartungen – bedingt durch den beschleunigten Integrationsfortschritt. Insgesamt rechnet DSV weiterhin mit Gesamtkosten von rund 1,5 Milliarden Euro, die als Sondereffekte verbucht werden.
Integration schneller als geplant
Die Integration von Schenker verläuft nach Angaben des Unternehmens deutlich schneller als ursprünglich erwartet. Bereits 30 Prozent der Integration wurden 2025 abgeschlossen. Der vollständige Abschluss wird nun für Ende 2026 erwartet – zwei Jahre früher als ursprünglich geplant.
Ausblick 2026: EBIT von bis zu 3,4 Milliarden Euro erwartet
Für das Geschäftsjahr 2026 prognostiziert DSV ein EBIT vor Sondereffekten bis zu 3,4 Milliarden Euro, darin enthalten mindestens 535 Millionen Euro zusätzlicher Synergien aus der Schenker-Integration. Die Sonderaufwendungen für Transaktions- und Integrationskosten werden 2026 auf rund 870 Millionen Euro geschätzt.





