Mehr Güter auf Schiff und Schiene, weniger Lkw auf der Straße: Bayernhafen hat 2025 an seinen Standorten 8,37 Millionen Tonnen Güter per Schiff und Bahn umgeschlagen, ein Plus von 2,5 Prozent gegenüber 2024. Gleichzeitig wurden rund 487.000 Lkw-Fahrten eingespart. Geschäftsführer Joachim Zimmermann fordert vor diesem Hintergrund ein „ganzheitliches, verkehrsträgerübergreifendes Verkehrskonzept“ statt isolierter Infrastrukturpolitik.
Mehr Güter auf Schiff und Schiene
Der Schiffsgüterumschlag stieg 2025 um sechs Prozent auf 2,19 Millionen Tonnen. Der Bahngüterumschlag legte um 1,4 Prozent auf 6,19 Millionen Tonnen zu. Auch der Kombinierte Verkehr (KV) entwickelte sich stabil: Mit 478.680 TEU lag das Volumen leicht über dem Vorjahr (+1 Prozent). Der überwiegende Teil wurde per Bahn abgewickelt (477.286 TEU). Durch die Verkehrsverlagerung auf Bahn und Binnenschiff wurden laut Bayernhafen rund 478.000 Tonnen Treibhausgase eingespart.
20 Prozent mehr Kranleistung in Nürnberg
Der Kombinierte Verkehr soll weiter gestärkt werden. Im trimodalen KV-Terminal Nürnberg werden seit Anfang 2026 drei neue Krananlagen installiert. Die Kranleistung steigt damit um rund 20 Prozent. Das Projekt wird vom Bundesverkehrsministerium gefördert. Währenddessen sorgen Generalsanierungen der Bahnstrecken Regensburg–Nürnberg und Regensburg–Passau vorübergehend für Einschränkungen durch Vollsperrungen und Umleitungen.
Neuer Logistikpark im Landkreis Deggendorf
Mit dem Erwerb eines 52 Hektar großen Areals einer ehemaligen Papierfabrik erweitert Bayernhafen sein Netzwerk um den „Bayernhafen Infrapark Plattling Stephansposching“. Es ist der erste Standort ohne Wasserstraßenanbindung, aber mit Gleisanschluss und Verladeinfrastruktur. Ziel ist es, zusätzliche Ansiedlungsflächen zu schaffen und weitere Güter von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Durch die Konversion werden neue Industrieflächen ohne zusätzlichen Flächenverbrauch entwickelt.
Jobmotor mit 16.000 Beschäftigten
An den sieben Standorten Aschaffenburg, Bamberg, Nürnberg, Roth, Regensburg, Passau und Plattling Stephansposching sind mehr als 400 Unternehmen mit rund 16.000 Beschäftigten ansässig. Seit 2016 entspricht das einem Beschäftigungszuwachs von 22,7 Prozent. Zu den Industrieunternehmen, die die Hafeninfrastruktur nutzen, zählen unter anderem Siemens Energy in Nürnberg und Linde Engineering in Passau.
57 Millionen Euro an Investitionen geplant
Nach Investitionen von rund 19 Millionen Euro im Jahr 2025 plant Bayernhafen für 2026 Investitionen in Höhe von 57 Millionen Euro in Infrastruktur und Logistikflächen. Zimmermann warnt jedoch vor einem Sanierungsstau bei Verkehrswegen: „Statt einer Inselbetrachtung braucht es ein ganzheitliches, verkehrsträgerübergreifendes Verkehrskonzept.“ Häfen seien zentrale Schnittstellen für nachhaltige Logistikketten.
In Kürze: die Key Facts
- Unternehmen: Bayernhafen
- Geschäftsjahr: 2025
- Gesamtumschlag: 8.372.961 t (+2,5 %)
- Schiffsgüterumschlag: 2,19 Mio. t (+6 %)
- Bahngüterumschlag: 6,19 Mio. t (+1,4 %)
- Kombinierter Verkehr: 478.680 TEU (+1 %)
- Eingesparte Lkw-Fahrten: ca. 486.800
- Treibhausgas-Einsparung: ca. 478.000 t CO₂e
- Standorte: 7 in Bayern
- Investitionen 2026: 57 Mio. Euro
- Beschäftigte an Standorten: rund 16.000






