Digital Transport Award löst Telematik Preis ab

Digitalisierung der Transportlogistik
Aus Telematik Preis wird Digital Transport Award

Die Transportlogistik wird digitaler – und ein Branchenpreis zieht nach. Der Deutsche Telematik Preis heißt künftig Digital Transport Award. Neue Kategorien und Prüfungen bieten mehr Orientierung.

Trophäe des Digital Transport Award vor der Erde mit Satelliten und digital vernetzten Transportwegen.
Foto: ETM/KI-generiert via OpenAI

Neuer Name, breiteres Themenspektrum, überarbeitetes Prüfverfahren: Der Deutsche Telematik Preis wird zum Digital Transport Award. Damit trägt der ETM Verlag dem digitalen Wandel in der Transportlogistik Rechnung. Eines bleibt allerdings unverändert: Wer gewinnen will, muss seine Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen.

Ohne Telematik läuft auch weiterhin wenig

Telematik war gestern? Ganz so einfach ist es natürlich nicht. Denn ohne Telematik läuft in modernen Transportflotten weiterhin wenig. Allerdings reicht es längst nicht mehr, Fahrzeuge zu orten, Fahrdaten auszuwerten oder die Kommunikation mit dem Fahrer zu organisieren. Die Digitalisierung hat mittlerweile nahezu sämtliche Bereiche der Transportlogistik erfasst. Und genau dieser Entwicklung trägt der ETM Verlag jetzt Rechnung. Aus dem Deutschen Telematik Preis (DTP) wird der Digital Transport Award (DTA). Der neue Name steht dabei für deutlich mehr als eine kosmetische Veränderung. Mit der Neuausrichtung öffnet sich der Wettbewerb für ein breiteres Spektrum digitaler Lösungen, die Transport- und Logistikunternehmen bei der Steuerung, Vernetzung und Optimierung ihrer Prozesse unterstützen.

Warum der Deutsche Telematik Preis einen neuen Namen bekommt

Seit 2015 stellt der ETM Verlag im zweijährigen Rhythmus digitale Lösungen für die Transportbranche auf den Prüfstand. Die erste Auszeichnung wurde als Deutscher Telematik Preis 2016 vergeben. Was seinerzeit vor allem als Leistungsvergleich klassischer Telematiksysteme begann, hat sich über die Jahre kontinuierlich weiterentwickelt. Die Kategorien wurden mehrfach angepasst, neue Funktionen berücksichtigt und die Prüfverfahren immer wieder überarbeitet. Bei der jüngsten Auflage, dem Deutschen Telematik Preis 2026, standen rund 40 Systeme in zehn Kategorien im Wettbewerb. Erstmals wurden dabei auch Transport-Management-Systeme (TMS) ausdrücklich als eigene Kategorie berücksichtigt.

Grenzen zwischen den Systemen verschwimmen

Eine Entwicklung, die zeigt, wie sehr die Grenzen zwischen den einzelnen digitalen Anwendungen inzwischen verschwimmen. Telematiksysteme übernehmen Funktionen, die früher klassischen TMS-Lösungen vorbehalten waren. Umgekehrt integrieren Transport-Management-Systeme zunehmend Fahrzeugdaten und Telematikfunktionen. Hinzu kommen digitale Plattformen für die Transportabwicklung, Lösungen für das Ladungsmanagement, die Tourenplanung oder die Überwachung von Transporten. Sie alle können dazu beitragen, Abläufe effizienter, transparenter und wirtschaftlicher zu gestalten. Der Digital Transport Award soll dieser Entwicklung künftig besser gerecht werden.

Digital Transport Award: Diese Kategorien sind vorgesehen

Der neue Wettbewerb richtet seinen Blick auf unterschiedliche digitale Anwendungen entlang der Transportkette. Dabei geht es nicht allein um die Frage, welche Funktionen eine Software bietet. Entscheidend ist ebenso, welchen konkreten Nutzen die Lösungen für Transport- und Logistikunternehmen haben.

Bei der ersten Auflage des Digital Transport Award gibt es neun Kategorien:

  • Asset Management
  • Fahrermanagement
  • Fahrzeugtechnik
  • Field Service
  • Ladungsmanagement
  • Trailer-/Wechselbrückentechnik
  • Transport-Management-Systeme (TMS)
  • Tourenplanungssysteme
  • Visibility-Portale und Frachtenbörsen

Mit dieser Aufstellung wird deutlich: Der Digital Transport Award soll nicht nur die klassische Fahrzeugtelematik abbilden, sondern unterschiedliche digitale Werkzeuge für die Transportlogistik vergleichbar machen.

Zwei Prüfungsstufen statt drei

Bei aller Neuausrichtung bleibt der ETM Verlag einem wesentlichen Grundsatz treu: Die Auszeichnung soll nicht auf Werbeversprechen oder einer einfachen Leserabstimmung beruhen. Vielmehr müssen die teilnehmenden Lösungsanbieter in einem strukturierten Bewertungsverfahren zeigen, was ihre Systeme tatsächlich leisten. Dafür wird das bisherige dreistufige Verfahren auf zwei Wettbewerbsstufen konzentriert.

Stufe 1: Der digitale Kriterienkatalog

Den Anfang bildet weiterhin ein umfangreicher, auf die jeweilige Kategorie zugeschnittener Kriterienkatalog. Darin müssen die Anbieter Auskunft über Eigenschaften, Funktionen und Leistungsumfang ihrer Lösungen geben. Neu ist, dass die Erhebung künftig über ein Online-Befragungssystem erfolgt. Auf Grundlage der Antworten werden die Lösungen anhand definierter Kriterien bewertet und innerhalb ihrer jeweiligen Kategorie miteinander verglichen.

Stufe 2: Der Praxistest mit erweitertem Blickwinkel

Danach geht es ans Eingemachte. Bei den sogenannten Live-Checks müssen die nominierten Anbieter anhand konkreter Aufgabenstellungen zeigen, was ihre Systeme in der Praxis können. Solche Tests gehörten bereits beim Deutschen Telematik Preis zum Kern des Wettbewerbs. Denn zwischen einer Funktion, die auf dem Papier überzeugend klingt, und einer Lösung, die sich im Arbeitsalltag tatsächlich bewährt, können Welten liegen. Künftig wird diese praktische Bewertung um zwei wichtige Faktoren erweitert: Innovationsgrad und Kundennutzen. Damit rückt noch stärker in den Mittelpunkt, was eine digitale Lösung tatsächlich besser macht und welchen Mehrwert sie ihren Anwendern bietet.

Fachjury bewertet die digitalen Lösungen

Auch beim Digital Transport Award bleibt die fachkundige Jury ein zentraler Bestandteil des Wettbewerbs. Sie wird die Ergebnisse der Prüfungen gewichten, bewerten und auf dieser Grundlage über die Platzierungen in den einzelnen Kategorien entscheiden. Die wissenschaftlich-fachliche Begleitung des Wettbewerbs übernimmt erneut das Steinbeis-Transferzentrum Digipolots unter der Leitung von Prof. Dr. Heinz-Leo Dudek. Er begleitet den Deutschen Telematik Preis bereits seit dessen Anfängen und verfügt über langjährige Erfahrung bei der Bewertung digitaler Systeme für die Transportlogistik. Damit setzt der ETM Verlag weiterhin auf ein nachvollziehbares Prüfverfahren, das die eingereichten Lösungen anhand festgelegter Kriterien und praktischer Aufgaben miteinander vergleicht.

Mehr Orientierung im digitalen Lösungsdschungel

Die Herausforderung für Transportunternehmen ist heute größer denn je. Schließlich mangelt es nicht an digitalen Angeboten. Schwieriger ist es, diejenige Lösung zu finden, die zu den eigenen Prozessen passt und im Arbeitsalltag einen messbaren Nutzen bringt. Genau hier will der Digital Transport Award ansetzen. Der Wettbewerb soll Unterschiede zwischen den Lösungen sichtbar machen, Stärken und Schwächen herausarbeiten und Unternehmen eine fundierte Orientierung bei der Auswahl digitaler Anwendungen geben.

Die perfekte Lösung gibt es nicht

Dabei gilt weiterhin: Die eine perfekte Lösung für alle gibt es nicht. Was für eine große Spedition mit internationalem Netzwerk sinnvoll ist, muss für einen mittelständischen Transportbetrieb noch lange nicht die beste Wahl sein. Der neue Digital Transport Award soll deshalb vor allem eines leisten: digitale Lösungen nicht nur nach ihren technischen Möglichkeiten beurteilen, sondern stärker danach, was sie für die Transportlogistik tatsächlich bringen. Die erste Vergabe des Digital Transport Award findet im Rahmen des Dekra Zukunftskongress Nutzfahrzeuge, 1. und 2. Juni 2027, in Berlin statt.