Die Digitalisierung der Logistik endet längst nicht mehr an der Rampe. Der Freiburger Software-Anbieter Cargoclix und das Mannheimer Start-up Loady wollen künftig Stammdaten und operative Logistikprozesse stärker miteinander verbinden. Ziel der strategischen Partnerschaft ist es, Medienbrüche zu reduzieren und Abläufe vom Frachteinkauf bis zur Anlieferung durchgängig digital abzubilden.
Zeitfenstermanagement als Ausgangspunkt
Ausgangspunkt der Zusammenarbeit war das Zeitfenstermanagement. Im Laufe der Gespräche wurde jedoch deutlich, dass beide Unternehmen deutlich mehr gemeinsame Anknüpfungspunkte sehen – von der digitalen Fahrerabfertigung über Yard-Prozesse bis hin zu Transportmanagement und Ausschreibungen.
Gemeinsame Datenbasis soll Prozesse beschleunigen
Loady stellt Unternehmen bereits heute standardisierte Logistikanforderungen für mehr als 20.000 Produkte und 500 Standorte zur Verfügung. Die Informationen werden mit über 50.000 Geschäftspartnern entlang der Lieferkette ausgetauscht. Cargoclix bringt seine Erfahrung aus mehr als 25 Jahren Digitalisierung von Logistikprozessen ein. Weltweit nutzen nach Unternehmensangaben mehr als 200.000 Anwender die Softwarelösungen des Unternehmens an über 3.000 Standorten. Durch die Verknüpfung beider Plattformen sollen operative Prozesse künftig auf einer einheitlicheren Datenbasis aufsetzen. Das soll Rückfragen reduzieren, Wartezeiten verkürzen und die Qualität logistischer Abläufe verbessern.
Einheitliche Datenbasis für logistische Anforderungen
Die Zusammenarbeit begann ursprünglich mit dem Thema Slotmanagement. Gerade bei der Anlieferung an Logistikstandorten führen unvollständige oder unterschiedliche Stammdaten häufig zu Verzögerungen. „Mit Loady entsteht eine einheitliche Datenbasis für logistische Anforderungen, von der unsere Kunden profitieren können“, sagt Prof. Dr. Victor Meier, beratender Gesellschafter bei Cargoclix. Standardisierte Informationen könnten insbesondere Zeitfenster-, Yard- und Fahrerprozesse deutlich effizienter machen. Bereits in der Vergangenheit hatte Cargoclix gezeigt, welches Potenzial digitales Zeitfenstermanagement bietet. So setzte beispielsweise der Flughafen Zürich auf die Software, um Staus an den Laderampen zu vermeiden und die Anlieferprozesse besser zu steuern.
Keine doppelte Entwicklung von Software
Für Loady ist die Kooperation zugleich eine strategische Entscheidung gegen den Aufbau einer eigenen Slotbuchungslösung. „Wir werden regelmäßig gefragt, warum Loady kein eigenes Slotbooking anbietet“, sagt CEO Stefanie Kraus. Statt bestehende Funktionen neu zu entwickeln, wolle das Unternehmen auf etablierte Speziallösungen wie Cargoclix setzen und diese intelligent mit den eigenen Daten verknüpfen.
KI und Automatisierung rücken stärker in den Fokus
Die Partnerschaft passt in einen grundlegenden Trend der Logistikbranche: Künftig sollen nicht nur einzelne Anwendungen digitalisiert werden, sondern komplette Prozessketten. Je besser Stammdaten, Transportinformationen und operative Abläufe miteinander verbunden sind, desto einfacher lassen sich Prozesse automatisieren und KI-Anwendungen einsetzen. Genau darauf wollen beide Unternehmen in den kommenden Monaten aufbauen und weitere Integrationsszenarien entwickeln. Für Industrie, Handel und Logistikdienstleister könnte die engere Verzahnung der Systeme vor allem eines bedeuten: weniger manuelle Abstimmungen, schnellere Prozesse und eine höhere Datenqualität entlang der gesamten Lieferkette.
In Kürze: die Key Facts
- Unternehmen: Cargoclix, Loady
- Thema: Strategische Partnerschaft
- Ziel: Verknüpfung von Logistikstammdaten und operativen Logistikprozessen
- Ausgangspunkt: Zeitfenstermanagement (Slotbooking)
- Loady-Datenbasis: über 20.000 Produkte, 500 Standorte, mehr als 50.000 Geschäftspartner
- Cargoclix: über 200.000 Nutzer an mehr als 3.000 Standorten weltweit
- Betroffene Prozesse: Zeitfenstermanagement, Yard Management, Fahrerabfertigung, Transportmanagement, Frachteinkauf, Tenderprozesse
- Technologie: Cloud-basierte Logistiksoftware (SaaS), standardisierte Stammdaten, KI-gestützte Prozessoptimierung
- Nutzen für Logistikunternehmen: Weniger Medienbrüche, höhere Datenqualität, schnellere Prozesse, bessere Voraussetzungen für Automatisierung und KI.






