Was für ein schicker, schnörkelloser Auftritt! Mit dem neuen Transit City kann Ford Pro optisch auf den ersten Blick überzeugen. Eine klare Front mit schwarzer Leiste zwischen den dunkel hinterlegten Scheinwerfern ganz ohne ausladendes Kühlergrill-Design – das erinnert an die vierte Transit-Generation der 90er Jahre, auch dank der stehenden Türgriffe. Ein eigenständiger Charakter ist das neueste Modell damit, auch wenn er nicht aus der Reihe springt. Zumindest optisch nicht.
Technische Basis von JMC aus China
Technisch dagegen schon: Der Transit City ist nämlich gar kein Transit. Vielmehr baut er auf dem Touring EV der Jiangling Motors Corporation (JMC) aus China auf, wenngleich deutlich angepasst an Europa. Mit JMC ist Ford bereits seit Mitte der 90er Jahre verbandelt, hält aktuell rund 30 Prozent an dem Hersteller. Mehr noch: JMC baut unter der eigenen Marke sogar Transit für den chinesischen Markt. Mit dem Transit City wird die Zusammenarbeit also nur umgekehrt: Der Transporter mit JMC-Wurzeln wird dann mittels eines Gemeinschaftsunternehmens von JMC und Ford in China gebaut und nach Europa exportiert. Eine Strategie, die die Produktion des laut Ford Pro besonders kosteneffizienten Transporter überhaupt erst ermöglicht.
Bestellstart im zweiten Quartal, Auslieferungen noch in 2026
Zum zweiten Quartal soll der Transit City bestellbar sein, sein Messedebüt wird er auf der IAA Transportation in Hannover geben und erste Auslieferungen sind fürs vierte Quartal angepeilt. Preise will Ford Pro schon bald kommunizieren, zur Premiere gibt’s immerhin eine grobe Richtung: Der ausschließlich mit Elektroantrieb und kompakter Batterie zu habende Transit City wird sich demnach zwischen dem E-Transit Courier mit einem Basispreis von 34.784 Euro brutto und dem mindestens 57.953 Euro brutto teuren E-Transit Custom einreihen.
L1H1- und L2H2-Varianten schon zu Beginn
Aber es ist nicht allein der Preis, der den Transit City so attraktiv machen soll für alle, die hauptsächlich in städtischen Gebieten fahren. Es ist auch seine Variantenvielfalt, die ihn abhebt von E-Transit Courier und E-Transit Custom. Der Transit City wird gleich zum Marktstart nicht nur als L1H1-Variante mit einem Ladevolumen von rund sechs Kubikmetern und einer Nutzlast von 1.085 Kilogramm zu haben sein, sondern auch als L2H2 mit einer Ladefläche von etwas mehr als drei Metern, einem Ladevolumen von circa acht Kubikmetern und einer Nutzlast von 1.275 Kilogramm. Sowohl der L1H1 als auch der L2H2 sollen drei Euro-Paletten gleichzeitig transportieren können.
Auch Transit City-Fahrgestelle sind zu haben
Aber damit nicht genug: Hat Ford Pro aktuell im 1-Tonnen-Segment kein Fahrgestell im Programm, ändert sich das ebenfalls mit dem Transit City. Claudia Vogt, Ford Pro-Chefin für Deutschland, Österreich und die Schweiz, sieht entsprechend großes Potenzial in ihrem fünften Transit-Modell, gerade bei Vertretern der KEP-Branche, bei Handwerkern und Kommunalen Diensten.
Moderate Power, Reichweite für die Stadt
Diese bekommen mit dem Transit City einen auch antriebsseitig voll auf ihre Einsätze zugeschnittenen Transporter: Der Elektromotor des neuen Ford leistet moderate 110 kW / 150 PS und leitet seine Kraft an die Vorderräder, auf Wunsch im One-Pedal-Drive-Modus. Auch bei der Batteriekapazität hält sich der Transit City zurück, liegt sein Fokus doch auf der Stadt und auf möglichst niedrige (Batterie-)Kosten. Konkret bringt es der im Unterboden montierte Lithium-Eisenphosphat-Akku auf eine nutzbare Kapazität von 56 kWh, was laut Ford Pro gut sein soll für eine Reichweite von bis zu 254 Kilometern. Im Anschluss lässt sich die Batterie an der AC-Wallbox mit 11 kW und an der DC-Ladesäule mit 87 kW laden, womit im besten Fall 33 Minuten vergehen sollen, bis der Batteriestand von 10 auf 80 Prozent geklettert ist.
Eine Ausstattung für alle Zwecke
Nicht zu viel und nicht zu wenig, das soll der neue Ford-Transporter also sein – auch in Bezug auf seine universale Ausstattung. Mit an Bord sind strapazierfähige Frachtraumböden, halbhohe Seitenverkleidungen und Verzurrösen. Im Cockpit darf sich das Fahrpersonal auf digitale Instrumente und einen 12-Zoll-Multimedia-Touchscreen mit Apple CarPlay und Android Auto freuen, außerdem fährt Ford Pro ein schlüsselloses Startsystem, Sitzheizung und Rückfahrkamera auf. Ebenfalls Serie sind Parksensoren vorne und hinten, Notbrems- und Fahrspurassistent und ein adaptiver Tempomat.
Niedrigere Servicekosten als ein Diesel
Was den Aftersales-Bereich angeht, geht Ford Pro mit einer Garantie über acht Jahre oder 160.000 Kilometer für die Hochvolt-Komponenten voran. Der Wartungsaufwand soll im Vergleich zu einem Dieseltransporter um rund 40 Prozent sinken, die Service-Intervalle dehnen sich auf 40.000 Kilometer respektive zwei Jahre aus. Allesamt Werte, die die Zielgruppe auch auf den zweiten Blick überzeugen sollten.







