Schmitz Cargobull verkauft wieder deutlich mehr Trailer und steigert den Umsatz auf 2,25 Milliarden Euro. Unter dem Strich bleibt Europas großer Trailer-Hersteller im Geschäftsjahr 2025/26 operativ jedoch in den roten Zahlen. Das EBIT verschlechterte sich auf minus 13,3 Millionen Euro. Gleichzeitig investiert Schmitz kräftig in neue Werke, Digitalisierung und internationale Expansion.
Schmitz Cargobull verkauft 10 Prozent mehr Trailer
Mehr Fahrzeuge, mehr Umsatz, aber noch keine Rückkehr in die Gewinnzone: Die Bilanz von Schmitz Cargobull für das Geschäftsjahr 2025/26 fällt zweigeteilt aus. Zwischen April 2025 und Ende März 2026 setzte der Trailerhersteller mehr als 47.000 Fahrzeuge ab. Im Vorjahr waren es 42.620 Einheiten. Damit legte der Absatz um mindestens gut zehn Prozent zu. Auch der Umsatz stieg: von 2,16 auf rund 2,25 Milliarden Euro. Beim Ergebnis zeigt die Kurve dagegen in die andere Richtung.
EBIT fällt auf minus 13,3 Millionen Euro
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank von 57,1 auf 45,6 Millionen Euro. Beim Betriebsergebnis (EBIT) steht erneut ein Minus. Nach minus 8,2 Millionen Euro im vorherigen Geschäftsjahr weist Schmitz Cargobull für 2025/26 ein EBIT von minus 13,3 Millionen Euro aus. Als Gründe nennt das Unternehmen die anhaltende Marktvolatilität, hohen Preisdruck sowie gestiegene Energie-, Lohn- und Rohstoffkosten. Hinzu kämen geopolitische Unsicherheiten, eine schwache Konjunktur in wichtigen europäischen Märkten und die weiterhin zurückhaltende Investitionsbereitschaft der Transportbranche. Vorstandschef Andreas Schmitz sieht deshalb trotz des positiven EBITDA weiteren Handlungsbedarf. Das erklärte Ziel sei, die Ertragskraft nachhaltig zu verbessern.
Jeder vierte neue Trailer kommt von Schmitz
Auf der Absatzseite sieht die Lage deutlich besser aus. Schmitz Cargobull beziffert seinen europäischen Marktanteil bei neu zugelassenen Trailern auf 25 Prozent. Demnach stammt jeder vierte neu zugelassene Trailer in Europa vom Hersteller aus Horstmar. Für das laufende Geschäftsjahr soll es weiter nach oben gehen. Schmitz plant für 2026/27 mit einem Absatz von rund 49.000 Fahrzeugen. Gegenüber den mehr als 47.000 Einheiten des abgelaufenen Geschäftsjahres wäre das allerdings kein neuerlicher großer Sprung, sondern lediglich ein moderater weiterer Zuwachs.
55,5 Millionen Euro für Werke und Digitalisierung
Trotz des negativen EBIT fährt Schmitz Cargobull seine Investitionen nicht zurück. Im vergangenen Geschäftsjahr flossen nach Unternehmensangaben insgesamt 55,5 Millionen Euro in Produktion, Digitalisierung und weitere Zukunftsprojekte. Ein Teil davon steckt im internationalen Produktionsnetz. Anfang 2026 nahm Schmitz Cargobull ein neues Werk im rumänischen Oradea in Betrieb. Dort werden Sattelcurtainsider und Sattelkipper für den zentraleuropäischen Markt gefertigt. Perspektivisch soll das Werk eine Kapazität von bis zu 4.000 Fahrzeugen pro Jahr erreichen. Weitere 5,3 Millionen Euro investierte das Unternehmen in Forschungs- und Entwicklungsprojekte rund um seine Digitalisierungsstrategie. Dazu gehören das Cargobull Operating System (COS) sowie Diagnose- und Telematiklösungen. Sie sollen unter anderem die Fahrzeugverfügbarkeit erhöhen, Wartungsprozesse verbessern und die Gesamtbetriebskosten der Flotten senken.
Schmitz Cargobull kauft sich in neue Märkte ein
Parallel baut der Trailerhersteller seine internationale Präsenz über Beteiligungen und Übernahmen aus. In Indien beteiligte sich Schmitz Cargobull an Sub Zero Insulation Technologies. Hinzu kam eine Beteiligung am polnischen High-Volume-Spezialisten GT Trailers. Die geplante vollständige Übernahme des österreichischen Leichtbauspezialisten Berger Fahrzeugtechnik steht nach Angaben von Schmitz noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen. Im Juli 2026 folgte zudem der Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung am australischen Anhängerhersteller Freighter Group. Damit versucht Schmitz Cargobull, sein Geschäft geografisch breiter aufzustellen und zugleich zusätzliche Fahrzeugsegmente abzudecken.
KI soll Reparaturen beschleunigen
Auch Künstliche Intelligenz soll künftig eine größere Rolle spielen. Schmitz hat dazu eine konzernweite KI-Initiative gestartet. Ein erstes konkretes Beispiel ist DR. COOL. Der KI-basierte Service-Assistent unterstützt Servicepartner bei Diagnose- und Servicearbeiten an den Transportkältemaschinen von Schmitz Cargobull. Das Unternehmen verspricht sich davon kürzere Reparaturzeiten. KI soll darüber hinaus interne Prozesse effizienter machen und perspektivisch neue digitale Geschäftsmodelle ermöglichen.
In Kürze: die Key Facts
- Unternehmen: Schmitz Cargobull AG
- Geschäftsjahr: 2025/26, vom 1. April 2025 bis 31. März 2026
- Absatz 2025/26: mehr als 47.000 Fahrzeuge
- Absatz Vorjahr: 42.620 Fahrzeuge
- Umsatz 2025/26: rund 2,25 Milliarden Euro
- Umsatz Vorjahr: 2,16 Milliarden Euro
- EBITDA 2025/26: 45,6 Millionen Euro
- EBITDA Vorjahr: 57,1 Millionen Euro
- EBIT 2025/26: minus 13,3 Millionen Euro
- EBIT Vorjahr: minus 8,2 Millionen Euro
- Europäischer Marktanteil: laut Schmitz Cargobull rund 25 Prozent bei neu zugelassenen Trailern
- Investitionen 2025/26: 55,5 Millionen Euro
- Forschung und Entwicklung: rund 5,3 Millionen Euro für Digitalisierungsprojekte
- Internationale Expansion: Beteiligungen an Sub Zero Insulation Technologies und GT Trailers
- Berger Fahrzeugtechnik: vollständige Übernahme geplant, behördliche Genehmigungen noch ausstehend
- Freighter Group: Mehrheitsbeteiligung im Juli 2026 erworben
- Absatzziel 2026/27: rund 49.000 Fahrzeuge
- Belastungsfaktoren laut Unternehmen: Preisdruck, Marktvolatilität sowie gestiegene Energie-, Lohn- und Rohstoffkosten






