Schwere Batterien kosten E-Lkw Nutzlast. Kögel setzt deshalb beim Trailer an: Eine veränderte Geometrie des Light Plus soll die Antriebsachse der Zugmaschine entlasten und bis zu vier Tonnen zusätzliche Nutzlast ermöglichen. Auf der IAA Transportation 2026 zeigt der Hersteller die Lösung.
Antriebsachse der E-Zugmaschine als limitierender Faktor
Das höhere Gewicht batterieelektrischer Zugmaschinen bleibt eine Herausforderung für den Fernverkehr. Zwar dürfen emissionsfreie Fahrzeugkombinationen unter bestimmten Voraussetzungen ein höheres Gesamtgewicht erreichen. Die zulässigen Achslasten steigen jedoch nicht entsprechend mit. Dadurch kann insbesondere die Antriebsachse der E-Zugmaschine zum limitierenden Faktor werden – obwohl das zulässige Gesamtgewicht des Sattelzugs noch nicht ausgeschöpft ist. Genau hier setzt Kögel mit dem e-optimierten Light Plus (Foto oben) an.
30 Zentimeter verändern die Lastverteilung
Beim neuen Trailer wurde der Abstand zwischen Königszapfen und erster Trailerachse um rund 300 Millimeter verkürzt. Dadurch verlagert sich ein Teil des Gewichts auf die Trailerachsen und die Antriebsachse der Zugmaschine wird entlastet. Der Effekt soll erheblich sein: Mit einem Standardtrailer liegt die maximale Nutzlast bei gleichmäßiger Beladung eines E-Lkw laut Kögel bei rund 20 Tonnen. Mit dem e-optimierten Light Plus sollen, abhängig von der eingesetzten E-Zugmaschine, bis zu vier Tonnen mehr möglich sein. Kögel will das Prinzip auf weitere Trailer übertragen. Eine e-optimierte Variante des Mega Light soll Ende 2026 verfügbar werden, weitere Modelle der Light-Familie sollen folgen.
Cool Liteshell spart 700 Kilogramm Gewicht
Das zweite IAA-Exponat setzt klassischer beim Leichtbau an. Der Cool Liteshell ist laut Kögel rund 700 Kilogramm leichter als das bisherige Kühlfahrzeug des Trailer-Herstellers. Dafür verwendet Kögel neue Paneele in Seitenwänden und Dach, die ohne herkömmliche Stahl-Deckschicht auskommen. Das geringere Leergewicht schafft zusätzliche Nutzlast und soll bei nicht vollständig ausgelastetem Gewicht gleichzeitig den Energieverbrauch reduzieren. Kögel beziffert die Kraftstoffeinsparung auf 0,30 Liter je 100 Kilometer. Kann die zusätzliche Nutzlast vollständig genutzt werden, lässt sich nach Berechnungen des Herstellers etwa jede 32. Fahrt einsparen.

Leichtbau für mehr Nutzlast: Der Kögel Cool Liteshell wiegt nach Herstellerangaben rund 700 Kilogramm weniger als das bisherige Kögel-Kühlfahrzeug. Bei vollständiger Nutzung des Gewichtsvorteils soll sich rechnerisch etwa jede 32. Fahrt einsparen lassen.
Trailer und E-Lkw müssen zusammenpassen
Beide Fahrzeuge zeigen einen Ansatz, der mit dem Hochlauf elektrischer Lkw wichtiger werden dürfte: Nicht allein das Leergewicht des Trailers entscheidet über die mögliche Nutzlast. Auch die Gewichtsverteilung des gesamten Sattelzugs spielt eine Rolle. Beim e-optimierten Light Plus versucht Kögel deshalb, Zugmaschine und Trailer besser aufeinander abzustimmen.
In Kürze: die Key Facts
- Hersteller: Kögel Trailer
- Messe: IAA Transportation 2026
- Kögel Light Plus: für E-Sattelzugmaschinen optimiert
- Änderung: Radstand zwischen Königszapfen und erster Trailerachse um rund 300 mm verkürzt
- Ziel: Entlastung der Antriebsachse der E-Zugmaschine
- Zusätzliche Nutzlast: abhängig von der Zugmaschine bis zu 4 Tonnen
- Standardtrailer: laut Kögel rund 20 Tonnen Nutzlast bei gleichmäßiger Beladung
- Kögel Mega Light: e-optimierte Variante ab Ende 2026
- Cool Liteshell: rund 700 kg leichter als bisheriges Kögel-Kühlfahrzeug
- Kraftstoffeinsparung: laut Kögel 0,30 l/100 km
- Transporteffekt: bei voller Nutzung der Mehrnutzlast rechnerisch etwa jede 32. Fahrt vermeidbar





