Für deutsche Speditionen mit Polen-Verkehren könnte sich ein großes Problem bald deutlich vereinfachen: Volvo Trucks und das Softwareunternehmen Aiden entwickeln eine integrierte Lösung für die gesetzliche Transportüberwachung im Lkw.
Hintergrund ist das polnische SENT-System, das den Transport bestimmter Güter in Echtzeit überwacht. Gerade für deutsche Logistikunternehmen ist das relevant – täglich fahren tausende Lkw über Korridore wie A12, A4 und A15 Richtung Polen.
Bisher bedeutete das für viele Flotten:
- zusätzliche GPS-Tracker
- aufwendige Nachrüstlösungen
- höhere Kosten und operative Komplexität
Die neue Lösung könnte genau hier ansetzen – und die Einhaltung der Vorschriften direkt ins Fahrzeug integrieren.
Neue Polen-Regeln treffen deutsche Speditionen besonders
Deutschland ist der größte Logistikmarkt Europas und eng mit dem polnischen Güterverkehr verzahnt. Die SENT-Vorschriften betreffen insbesondere Transporte von sensiblen Gütern und verlangen eine lückenlose digitale Nachverfolgung in Echtzeit.
Für deutsche Unternehmen bedeutet das bislang:
- Zusätzliche Hardware im Fahrzeug
- Manuelle Einrichtung
- Mögliche Standzeiten bei Installation
Damit wird Compliance schnell zum operativen Kostenfaktor.
Lösung läuft direkt im Volvo-Lkw
Gemeinsam mit Aiden hat Volvo Trucks nun eine Lösung entwickelt, die vollständig in die Fahrzeugarchitektur integriert ist.
Kernfunktionen:
- Fahrer-App direkt im Kabinendisplay
- Integration in Volvo Connect
- Automatische Erfüllung der SENT-Vorgaben
Der entscheidende Unterschied: Keine externen Geräte, keine zusätzlichen Installationen. Damit wird regulatorische Compliance zu einer digitalen Standardfunktion im Fahrzeug.
Flottenmanager steuern alles über Volvo Connect
Ein weiterer Vorteil für deutsche Unternehmen: Die Lösung ist vollständig in bestehende Systeme integriert.
Flottenmanager können:
- Transportdaten überwachen
- Compliance steuern
- Fahrzeuge verwalten
Und das alles über die Plattform, die sie bereits nutzen. Das reduziert Medienbrüche und vereinfacht den Betrieb deutlich.
Datenschutz erfüllt europäische Anforderungen
Ein zentraler Punkt für den deutschen Markt ist der Datenschutz. Die Lösung von Aiden ist DSGVO-konform und erfüllt damit die hohen Anforderungen im europäischen Transportsektor. Gerade für international tätige Speditionen ist das ein entscheidender Faktor bei der Einführung neuer digitaler Systeme.
Start-up-Technologie trifft Nutzfahrzeugindustrie
Die Lösung entstand im Rahmen der Innovationsplattform CampX der Volvo Group. Dort arbeiten Industrieunternehmen gezielt mit Start-ups zusammen. Aiden bringt dabei eine Plattform für vernetzte Fahrzeugdienste ein, die sich schnell in bestehende Systeme integrieren lässt. Das Projekt zeigt, wie sich neue digitale Services innerhalb kurzer Zeit in reale Transportprozesse integrieren lassen.
Modell könnte europaweit Schule machen
Nach erfolgreichen Tests wird die Lösung bereits in ersten Märkten eingesetzt.
Für 2026 planen Volvo und Aiden:
- Weitere europäische Märkte
- Anpassung an neue Vorschriften (z. B. Rumänien)
- Ausbau der Funktionalität
Damit könnte sich ein neuer Standard entwickeln: Compliance wird nicht mehr nachgerüstet – sondern ist Teil des Fahrzeugs.
In Kürze: die Key Facts
Unternehmen
- Volvo Trucks
- Aiden Automotive
System
- SENT (Polen) – elektronische Transportüberwachung
Zielgruppe
- Deutsche und europäische Logistikunternehmen
- Grenzüberschreitender Güterverkehr
Problem bisher
- Externe GPS-Tracker
- Hohe Installationskosten
- Operative Komplexität
Lösung
- Integration in Fahrzeug
- Keine Zusatzhardware
- Steuerung über Volvo Connect
Technologie
- Fahrer-App im Fahrzeugdisplay
- Echtzeit-Daten
- DSGVO-konform
Plattform
- CampX (Volvo Innovationshub)
Ausblick
- Rollout in weitere EU-Märkte
- Anpassung an neue Vorschriften





