Volvo Penta: Batteriespeicher für E-Lkw

Volvo Penta auf der IAA Transportation 2026
Batteriespeicher soll E-Lkw schneller laden

Fehlt dem Betriebshof die nötige Netzleistung für E-Lkw, soll ein Batteriespeicher helfen. Volvo Penta zeigt auf der IAA Transportation 2026, wie mobiles Schnellladen funktionieren kann.

Volvo Elektro-Lkw lädt an einem Batteriespeicher von Volvo Penta, der Schnellladen bei begrenzter Netzleistung ermöglichen soll.
Foto: Volvo Penta

Volvo Penta will eines der größten Hindernisse beim Hochlauf elektrischer Lkw angehen: fehlende Netzleistung. Auf der IAA Transportation 2026 zeigt das Unternehmen einen mobilen Batteriespeicher, der Schnellladen auch dort ermöglichen soll, wo der Netzanschluss nicht ausreicht.

Volvo Penta stellt Battery Energy Storage System vor

Ein Elektro-Lkw ist bestellt, die Lade-Hardware verfügbar, doch am Standort fehlt die elektrische Leistung. Was für immer mehr Speditionen und Logistikunternehmen zum Problem werden könnte, macht Volvo Penta auf der IAA Transportation 2026 in Hannover zum Thema. Der zum Volvo-Konzern gehörende Hersteller zeigt vom 15. bis 20. September in Halle 11, Stand F31, wie Batteriespeicher fehlende oder zu schwache Netzanschlüsse zumindest teilweise überbrücken können. Im Mittelpunkt stehen das eigene Battery Energy Storage System (BESS) sowie der Hivolt 380X des niederländischen Unternehmens Contour Advanced Systems. Der Ansatz ist für die Elektrifizierung des Straßengüterverkehrs durchaus interessant. Denn nicht allein die Zahl öffentlicher Ladepunkte entscheidet darüber, wie schnell Elektro-Lkw in größerem Maßstab eingesetzt werden können. Auch auf Betriebshöfen muss ausreichend elektrische Leistung verfügbar sein. Genau das ist nicht überall der Fall.

Batteriespeicher soll fehlende Netzleistung überbrücken

Volvo Penta sieht mobile Batteriespeicher deshalb als eine Möglichkeit, Schnellladeleistung dorthin zu bringen, wo der vorhandene Netzanschluss nicht genügt oder eine permanente Ladeinfrastruktur noch nicht aufgebaut wurde. Für Transport- und Logistikunternehmen könnte das vor allem die Vorlaufzeit verkürzen. Mobile Batteriespeicher benötigen nach Angaben des Herstellers nicht zwingend dieselben langwierigen Genehmigungs-, Netzanschluss- und Tiefbauarbeiten wie eine dauerhaft installierte Ladeinfrastruktur. Dabei geht es nicht nur um eine Übergangslösung. Ein Batteriespeicher kann auch an einem festen Standort eingesetzt werden und dort einen leistungsschwachen Netzanschluss unterstützen. Energie wird beispielsweise in Zeiten geringer Nachfrage gespeichert und steht anschließend für hohe Ladeleistungen zur Verfügung. Damit lässt sich die benötigte Spitzenleistung zumindest teilweise vom eigentlichen Netzanschluss entkoppeln.

Hivolt 380X macht Batteriespeicher mobil

Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigt Volvo Penta auf der IAA gemeinsam mit Contour Advanced Systems. Dessen Hivolt 380X ist ein einsatzbereites mobiles BESS, das auf der Batterietechnik von Volvo Penta basiert. Volvo Penta liefert dafür nicht einfach einzelne Batterien. Das modulare Subsystem umfasst unter anderem Batterie-, Batterie-Management-, Thermomanagement- und Überwachungssysteme. Hinzu kommen Hochvolt-Verteilung und Verkabelung. Die zugrunde liegende Batterietechnik stammt aus der Elektromobilitätsplattform des Volvo-Konzerns und wurde bereits für Heavy-Duty-Anwendungen wie Lkw, Busse und Baumaschinen entwickelt. Das ist für stationäre und mobile Energiespeicher durchaus relevant: Die Batterien sind für hohe Belastungen ausgelegt und sollen vergleichsweise schnell große Energiemengen aufnehmen beziehungsweise wieder abgeben können.

Von 191 bis 382 kWh Nettokapazität

Das BESS lässt sich modular an unterschiedliche Anwendungen anpassen. Volvo Penta nennt in seinen technischen Unterlagen vier Konfigurationen mit 191, 254, 318 und 382 kWh Nettokapazität. Je nach Ausbaustufe beträgt die maximale Ladeleistung 138 bis 276 kW, die maximale Entladeleistung reicht von 273 bis 546 kW. Die einzelnen Batterien sind flüssigkeitsgekühlt. Das System überwacht unter anderem Temperatur, Ladezustand (State of Charge) und Gesundheitszustand (State of Health) der Batteriezellen. Grundsätzlich ist das Konzept allerdings deutlich größer skalierbar. Laut Volvo Penta reicht die Architektur je nach Anwendung bis in den Bereich von Hunderten Megawatt. Außerdem kann das BESS mit anderen Energiequellen wie Photovoltaik- und Windkraftanlagen oder Generatoren kombiniert werden.

Nicht nur für den dauerhaften Ladepark

Interessant ist vor allem die Flexibilität. Volvo Penta nennt neben festen Ladeparks ausdrücklich temporäre Standorte, Veranstaltungen oder Situationen, in denen Ladeinfrastruktur ausgefallen oder noch gar nicht vorhanden ist. Damit könnten mobile Speicher beispielsweise auch während des schrittweisen Aufbaus eines E-Lkw-Depots eingesetzt werden. Eine weitere Möglichkeit wäre, einen vorhandenen Netzanschluss durch den Speicher so zu ergänzen, dass zeitweise deutlich höhere Ladeleistungen bereitstehen. Tommi Wulff, Sales and Business Development Manager bei Volvo Penta, sieht eine zuverlässige Energieinfrastruktur deshalb als entscheidende Voraussetzung für den emissionsfreien Transport. Batteriespeicher könnten Schnellladen ermöglichen, wenn die Netzkapazität begrenzt sei oder permanente Infrastruktur noch fehle.

Ein Speicher löst das Netzproblem nicht

Für Speditionen ist allerdings eine wichtige Einschränkung entscheidend: Ein Batteriespeicher erzeugt keine zusätzliche Energie. Er kann vorhandene Netzleistung zeitlich verschieben, Lastspitzen abfedern oder Energie aus anderen Quellen zwischenspeichern. Ob sich damit ein Ladeproblem tatsächlich lösen lässt, hängt deshalb stark vom jeweiligen Einsatzprofil ab – unter anderem von Netzanschluss, Ladeleistung, Standzeiten der Fahrzeuge, Zahl der täglichen Ladevorgänge und Speicherkapazität. Gerade darin liegt aber der interessante Ansatz. Statt auf einen leistungsfähigeren Netzanschluss warten zu müssen, können Unternehmen Ladeinfrastruktur und verfügbare Anschlussleistung zumindest teilweise voneinander entkoppeln.

Einordnung für Logistikunternehmen

Für Flottenbetreiber dürfte der Ansatz besonders dort interessant sein, wo die Elektrifizierung schneller voranschreitet als der Netzausbau. Batteriespeicher können einen zu schwachen Anschluss allerdings nicht unbegrenzt ersetzen. Sie können aber Leistung puffern und genau dann bereitstellen, wenn mehrere E-Lkw hohe Ladeleistungen benötigen.

In Kürze: die Key Facts

  • Unternehmen: Volvo Penta
  • Messe: IAA Transportation 2026
  • Termin: 15. bis 20. September 2026
  • Ort: Hannover
  • Messestand: Halle 11, Stand F31
  • Produkt: Battery Energy Storage System (BESS)
  • Komplettsystem: Hivolt 380X von Contour Advanced Systems
  • Anwendung: mobile und stationäre Batteriespeicherung
  • Ziel: Schnellladen bei begrenzter Netzkapazität ermöglichen
  • Technologiebasis: Batterietechnik der Volvo Group
  • Nettokapazitäten: 191, 254, 318 oder 382 kWh
  • Maximale Ladeleistung: 138 bis 276 kW je nach Konfiguration
  • Maximale Entladeleistung: 273 bis 546 kW
  • Einsatzbereiche: E-Lkw-Ladeparks, temporäre Ladepunkte, Netzunterstützung, Peak Shaving
  • Weitere Energiequellen: Kombination unter anderem mit Solar- und Windenergie möglich
  • Besonderheit: modular und für deutlich größere Energiespeicher-Anwendungen skalierbar