Tesla Semi: Megacharger bei Pilot eröffnet

Tesla Semi: Megacharger in den USA
Tesla und Pilot bauen Ladeinfrastruktur aus

Tesla und Pilot haben sechs Megacharger in Georgia eröffnet. Die V4-Technik ermöglicht bis zu 1,2 Megawatt Ladeleistung, muss diese bei mehreren gleichzeitig ladenden Lkw aber aufteilen. Auch in Europa plant Tesla ein Ladenetz.

Tesla und Pilot haben sechs Megacharger in Georgia eröffnet. Die V4-Technik ermöglicht bis zu 1,2 Megawatt Ladeleistung, muss diese bei mehreren gleichzeitig ladenden Lkw aber aufteilen. Auch in Europa plant Tesla ein Ladenetz.
Foto: Pilot Travel Centers

Tesla baut gemeinsam mit Pilot Travel Centers ein Ladenetz für den batterieelektrischen Sattelzug Tesla Semi auf. Der erste Standort der Kooperation ist jetzt am Pilot-Autohof in Ellabell im US-Bundesstaat Georgia in Betrieb gegangen. Dort stehen sechs Ladepunkte für schwere Nutzfahrzeuge zur Verfügung. Nach Angaben von Tesla kann jeder Megacharger eine Leistung von bis zu 1,2 Megawatt (1.200 kW) bereitstellen. Zum Einsatz kommt die V4-Ladetechnologie des Herstellers.

Die Anlage besteht aus vergleichsweise schlanken Ladesäulen und einer räumlich getrennten Leistungseinheit, der sogenannten Powerunit. In ihr befindet sich ein wesentlicher Teil der Leistungselektronik. Tesla nutzt die V4-Technologie auch für seine Pkw-Supercharger. Für den Einsatz am Semi wurden unter anderem Kabel und Stecker auf die höheren Leistungsanforderungen ausgelegt.

Das System unterstützt sogenanntes Power-Sharing. Dabei wird die verfügbare Ladeleistung auf mehrere angeschlossene Fahrzeuge verteilt. Nach den Angaben zur Tesla-Ladelösung kann eine entsprechende Leistungseinheit bis zu acht Ladepunkte versorgen. Die maximale Leistung von 1,2 Megawatt ist bei dieser Konfiguration nur erreichbar, wenn ein einzelnes Fahrzeug lädt und die Leistung nicht mit weiteren Fahrzeugen geteilt werden muss. Laden mehrere Elektro-Lkw gleichzeitig, sinkt die jeweils verfügbare Leistung entsprechend der Auslastung und Leistungsverteilung.

Tesla nennt 30 Minuten für einen Großteil der Reichweite

Die hohe Ladeleistung soll kurze Standzeiten ermöglichen. Nach früheren Tesla-Angaben kann der Semi unter geeigneten Bedingungen innerhalb von rund 30 Minuten Energie für einen Großteil seiner angegebenen Reichweite von etwa 800 Kilometern aufnehmen. Dabei handelt es sich um eine Herstellerangabe. Wie viel Reichweite tatsächlich nachgeladen werden kann, hängt unter anderem vom Ladezustand der Batterie, der verfügbaren Leistung und den Betriebsbedingungen ab.

Zwölf weitere Tesla-Semi-Ladestandorte im Bau

Die Partner hatten ihre Zusammenarbeit beim Aufbau der Ladeinfrastruktur im Januar angekündigt. Nun folgen auf den ersten eröffneten Standort weitere Anlagen. Nach Angaben von Pilot befinden sich zwölf zusätzliche Standorte im Bau. Drei davon stehen demnach kurz vor der Fertigstellung. Je Standort sind vier bis acht Ladepunkte vorgesehen. Die Anlagen sollen vor allem entlang wichtiger US-Fernverkehrsrouten entstehen, darunter die Interstates 5 und 10. Zu den zunächst vorgesehenen Bundesstaaten gehören Kalifornien, Georgia, Nevada, New Mexico und Texas.

Anders als bei einem markenoffenenen Lkw-Ladenetz ist die Nutzung der neuen Megacharger vorerst eingeschränkt. Die Kooperation konzentriert sich zunächst auf die Ladeinfrastruktur für den Tesla Semi. Andere Elektro-Lkw-Marken können die neuen Ladepunkte damit nicht ohne Weiteres nutzen. Eine spätere Öffnung für Fahrzeuge anderer Hersteller ist grundsätzlich denkbar.

Pilot betreibt mehr als 900 Autohofstandorte

Der erste Ladepark befindet sich am Pilot-Standort Nr. 1390 in Ellabell, Georgia. Pilot Travel Centers betreibt nach eigenen Angaben mehr als 900 Standorte in den USA und Kanada. Das Unternehmen gehört vollständig zur Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway. Durch das bestehende Autohofnetz können neue Lkw-Ladepunkte an Standorten entstehen, die bereits auf den Fernverkehr ausgerichtet sind. Pilot hatte bereits 2022 eine Kooperation mit der Volvo Group zum Aufbau von Ladeinfrastruktur für schwere Elektrofahrzeuge angekündigt. Mit den ersten Tesla-Megachargern erweitert der Autohofbetreiber sein Angebot um eine zunächst markengebundene Ladelösung. Wie schnell daraus ein flächendeckendes Netz wird, hängt unter anderem vom Baufortschritt der angekündigten Standorte ab.

Tesla Semi soll ab 2027 nach Europa kommen

Parallel zum Ausbau der Ladeinfrastruktur läuft die Vermarktung des Tesla Semi an. Der Elektro-Lkw wurde bereits 2017 vorgestellt, der ursprünglich für 2019 angekündigte breite Marktstart verzögerte sich jedoch mehrfach. Für 2026 wird von einem Hochlauf der Auslieferungen berichtet. Zu den genannten größeren Bestellungen gehören 2.500 Fahrzeuge für die US-Einkaufsallianz ZET SCALE und 500 Einheiten für Einride. Ab 2027 will Tesla den Semi auch in Europa anbieten. Dafür plant das Unternehmen ein eigenes Megawatt-Ladenetz, das zunächst fünf europäische Märkte einschließlich Deutschland umfassen soll.