Chancen für Zulieferer durch alternative Antriebe

Studie von RWTH Aachen und e-mobil BW
Chancen für Zulieferer durch alternative Antriebe

Künftig kommen mehr Lkw mit alternativen Antrieben auf den Markt. Was das für Zulieferer in Baden-Württemberg bedeutet, zeigt eine neue Studie der RWTH Aachen im Auftrag der Landesagentur e-mobil BW.

Close up of green electric truck charging at station
Foto: Adobe Stock - Nattapol

Momentan liegt der Anteil neu zugelassener Lkw mit Dieselantrieb bei 97,3 Prozent. Das soll sich ändern: Künftig werden überwiegend batterieelektrische und perspektivisch auch wasserstoffbasierte Antriebsoptionen in schweren Lkw verbaut – das vermeldet e-mobil BW, die Landesagentur für neue Mobilitätslösungen und Automotive Baden-Württemberg, mit Sitz in Stuttgart.

Studie analysiert Wandel im Nutzfahrzeugmarkt

Die Landesagentur e-mobil BW hat auf Grundlage dieser Marktentwicklung eine Studie beim Lehrstuhl für Production Engineering of E-Mobility Components (PEM) der RWTH Aachen beauftragt. Die Studie mit dem Titel „Nutzfahrzeugmarkt Baden-Württemberg: Aktuelle Trends, Wertschöpfung und Chancen für Zulieferer“ steht kostenlos zum Download zur Verfügung.

Bestehende Kompetenzen bleiben gefragt

Zukünftiger Wertzuwachs für die baden-württembergischen Zulieferer liegt der Studie zufolge in Batterien, Brennstoffzellen-Stacks, Wasserstoffspeichern, Elektromotoren und Leistungselektronik von schweren Nutzfahrzeugen. Die bereits bestehenden Fertigungskompetenzen, insbesondere in der Metallverarbeitung, sind weiterhin von Nutzen. Gießen, Zerspanen und Fügen lassen sich auf Strukturbauteile von Batterien, Gehäuse von Leistungselektronik oder Komponenten von Elektromotoren übertragen.

Mechanische Komponenten, wie Chassis und Fahrwerk des Nutzfahrzeugs, bleiben mit rund 17 Prozent weitgehend stabil. „Unsere Studie verknüpft Technik, Kosten, Infrastruktur mit regionaler Wertschöpfung und Kompetenzbedarfen“, sagt Studienautor Prof. Dr. Achim Kampker vom Lehrstuhl PEM der RWTH Aachen.

Zulieferer müssen sich neu ausrichten

Andererseits herrschen in zentralen Zukunftsfeldern klare Kompetenzlücken. Zulieferer müssten gezielt neue Kompetenzen in der Zellfertigung, in der Leistungselektronik oder bei Magnet- und Halbleitertechnologien aufbauen.

„Die Studie zeigt, dass sich die Wertschöpfung im Lkw schrittweise verlagert – weg von klassischen Komponenten hin zu neuen Technologien wie elektrischen Antrieben und Energiesystemen“, sagt Franz Loogen, Geschäftsführer bei e-mobil BW.