MAN schult 1.200 Kinder zur Verkehrssicherheit

Verkehrserziehung bei MAN in München
1.200 Kinder erleben Toten Winkel und Bremsweg

Rund 1.200 Kindergarten- und Grundschulkinder haben bei MAN Truck & Bus in München den Toten Winkel, Bremsweg und Erste Hilfe praktisch erlebt. Die Aktionswoche soll sie im Straßenverkehr schützen.

Kinder lernen bei der Verkehrserziehungswoche von MAN in München unter anderem, warum sie im Toten Winkel eines Lkw für den Fahrer unsichtbar sein können.
Foto: MAN Truck & Bus

Wie weit fährt ein Lkw noch, nachdem der Fahrer gebremst hat? Und warum können Kinder direkt neben einem Bus aus dem Sichtfeld verschwinden? Bei einer Verkehrserziehungswoche von MAN in München haben rund 1.200 Kindergarten- und Grundschulkinder solche Gefahren selbst erlebt.

Gefahren sind für Kinder nur schwer einzuschätzen

Große Fahrzeuge, eingeschränkte Sicht und lange Bremswege gehören für Kinder zu den schwer einzuschätzenden Gefahren im Straßenverkehr. Genau dort setzte die Verkehrserziehungswoche von MAN Truck & Bus Deutschland an. Vom 20. bis 24. Juli 2026 nahmen rund 1.200 Kinder aus Kindergärten und Grundschulen der Region München an dem Programm im MAN Truck Forum teil. An verschiedenen Mitmach-Stationen lernten die Kinder, wie sie sich in der Nähe von Lkw, Bussen und Transportern sicherer verhalten können. Im Mittelpunkt standen der Tote Winkel, der Bremsweg schwerer Fahrzeuge, Erste Hilfe, Sichtbarkeit und gegenseitige Rücksichtnahme.

Kinder erleben den Toten Winkel aus nächster Nähe

Besonders eindrücklich dürfte für viele Teilnehmer die Station zum Toten Winkel gewesen sein. Dort konnten die Kinder erleben, dass ein Fahrer trotz großer Spiegel nicht jeden Bereich unmittelbar neben oder vor einem Fahrzeug überblicken kann. Gerade kleinere Verkehrsteilnehmer können aus dem Sichtfeld verschwinden, wenn sie sich zu dicht neben einem Lkw oder Bus aufhalten. Die wichtigste Botschaft lautet deshalb: Abstand halten, Blickkontakt zum Fahrer suchen und nie darauf vertrauen, automatisch gesehen zu werden. Auch moderne Assistenzsysteme können die Aufmerksamkeit von Fahrern unterstützen. Sie ersetzen jedoch nicht das vorsichtige Verhalten aller Beteiligten.

Bremswege lassen sich nur schwer einschätzen

An einer weiteren Station ging es um die Frage, wie lang der Bremsweg eines schweren Nutzfahrzeugs ist. Kinder unterschätzen häufig, wie viel Strecke ein Lkw selbst nach einer starken Bremsung noch zurücklegt. Dabei hängt der tatsächliche Anhalteweg unter anderem von Geschwindigkeit, Beladung, Fahrbahnzustand und Reaktionszeit ab. Die Teilnehmer sollten deshalb nicht nur theoretische Regeln lernen, sondern die Dimensionen möglichst anschaulich erfahren. MAN hatte die einzelnen Stationen mit fiktiven Ortsnamen wie „Bremsdorf“, „Winkelbrunn“ und „Löschingen“ versehen. Das Programm sollte die Inhalte spielerisch vermitteln und zugleich im Gedächtnis verankern.

Sichtbarkeit und Erste Hilfe gehören zum Programm

Neben den Gefahren rund um schwere Fahrzeuge beschäftigten sich die Kinder auch mit der eigenen Sichtbarkeit. Besonders in der dunklen Jahreszeit oder bei schlechtem Wetter werden helle Kleidung, Reflektoren und gut erkennbare Ausrüstung wichtig. Weitere Stationen behandelten das richtige Verhalten in Notfällen sowie Grundlagen der Ersten Hilfe. Auch Barrierefreiheit und Rücksichtnahme auf Menschen mit eingeschränkter Mobilität gehörten zum Programm. Ergänzend erhielten die Teilnehmer Einblicke in künftige Mobilitäts- und Transportlösungen. Damit verband die Aktionswoche klassische Verkehrserziehung mit der Frage, wie sich Verkehr und Nutzfahrzeuge weiterentwickeln.

Bernreiter besucht die Mitmach-Stationen

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter informierte sich bei einem Rundgang über die einzelnen Stationen. Dabei standen unter anderem der Tote Winkel, Bremswege, Erste Hilfe, Sichtbarkeit und Barrierefreiheit auf dem Programm. „Verkehrserziehung kann nicht früh genug beginnen“, erklärte Bernreiter. Wer Kinder bereits im Kindergarten- und Grundschulalter spielerisch für Gefahren sensibilisiere, leiste einen wichtigen Beitrag für mehr Sicherheit auf den Straßen. Nach Angaben des Ministers schult die bayerische Polizei jährlich rund 100.000 Schulanfängerinnen und Schulanfänger im sicheren Verhalten im Straßenverkehr.

Verkehrssicherheit als Verantwortung der Hersteller

MAN begründet die Aktionswoche auch mit der besonderen Verantwortung eines Herstellers von Lkw, Bussen und Transportern. „Gerade Kinder zählen zu den besonders schutzbedürftigen Verkehrsteilnehmenden“, sagte Dennis Affeld, Vorsitzender der Geschäftsführung von MAN Truck & Bus Deutschland. Ziel sei es, Gefahren frühzeitig verständlich zu machen und Wissen zu vermitteln, das die Kinder im Alltag schützt. Der praktische Ansatz ist dabei entscheidend. Warnungen vor dem Toten Winkel oder langen Bremswegen bleiben abstrakt, solange Kinder die Größenverhältnisse nicht selbst sehen und erleben können.

Konzert vertieft die Lerninhalte

Ein weiterer Programmpunkt war das Mitmachkonzert „Schau mal, hör mal, mach mal mit!“ mit Beate Lambert und Ferri. In Kooperation mit der Aktion Kinder-Unfallhilfe wurden Inhalte der Verkehrserziehung mit Musik, Bewegung und kindgerechten Liedern wiederholt. An zwei Nachmittagen öffnete MAN die Veranstaltung außerdem für Beschäftigte und deren Familien. Während die Kinder die Stationen durchliefen, konnten Eltern an einem Erste-Hilfe-Kurs für Notfälle mit Kindern teilnehmen.

Viele Partner unterstützen die Aktionswoche

An der Verkehrserziehungswoche beteiligten sich unter anderem die Verkehrswacht München, die Aktion Kinder-Unfallhilfe, der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung, BRUMMI, PROFI und DocStop. Weitere Partner waren Die Welt der Zwerge, die Audi BKK, Trucker’s World by MAN, die MAN-Werkfeuerwehr und die Polizei München. Die Vielzahl der Beteiligten zeigt, dass Verkehrssicherheit nicht allein Aufgabe von Schulen, Eltern oder Polizei ist. Auch Fahrzeughersteller, Transportwirtschaft, Hilfsorganisationen und Verbände können dazu beitragen, Kinder auf reale Gefahrensituationen vorzubereiten.

Einordnung für die Transportbranche

Für Transportunternehmen ist die Verkehrserziehung mehr als ein gesellschaftliches Begleitthema. Unfälle beim Abbiegen oder Rangieren betreffen häufig Situationen, in denen schwächere Verkehrsteilnehmer die Sichtfelder und Bewegungen eines schweren Fahrzeugs falsch einschätzen. Technische Systeme wie Abbiegeassistenten, Kameras und Sensoren können das Risiko reduzieren. Ebenso wichtig bleiben aber geschulte Fahrer, defensives Verhalten und Aufklärung außerhalb des Fahrerhauses. Aktionen wie die Verkehrserziehungswoche setzen deshalb an zwei Stellen an: Sie vermitteln Kindern konkrete Verhaltensregeln und machen zugleich auf die besondere Verantwortung aufmerksam, die mit dem Einsatz großer Nutzfahrzeuge im öffentlichen Raum verbunden ist.

In Kürze: die Key Facts

  • Veranstaltung: Verkehrserziehungswoche von MAN Truck & Bus Deutschland
  • Zeitraum: 20. bis 24. Juli 2026
  • Ort: MAN Truck Forum in München
  • Teilnehmer: rund 1.200 Kindergarten- und Grundschulkinder
  • Region: München und Umgebung
  • Zentrale Themen: Toter Winkel, Bremsweg, Erste Hilfe, Sichtbarkeit und Barrierefreiheit
  • Ansatz: altersgerechte Mitmach-Stationen
  • Besucher: Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter
  • Zusatzangebot: Erste-Hilfe-Kurse für Eltern
  • Mitmachkonzert: „Schau mal, hör mal, mach mal mit!“
  • Ziel: Kinder frühzeitig für Gefahren im Straßenverkehr sensibilisieren
  • Beteiligte Partner: unter anderem Verkehrswacht München, Aktion Kinder-Unfallhilfe, BGL, DocStop und Polizei München