Juna hat bereits 110 E-Lkw auf Europas Straßen

Juna knackt Marke von 100 Elektro-Lkw
Scania und Sennder bauen E-Lkw-Flotte aus

E-Lkw nutzen, ohne sie kaufen zu müssen: Juna, das Joint Venture von Scania und Sennder, hat bereits rund 110 Stromer auf Europas Straßen. Bis Jahresende sollen es etwa 150 werden.

Auf der IAA haben Scania und Juna jetzt eine neue Zwischenbilanz vorgelegt: Inzwischen sind rund 110 Elektro-Lkw des Anbieters in Deutschland, Italien, Polen und den Niederlanden unterwegs.
Foto: Juna/Scania

Elektro-Lkw kosten nach Angaben von Juna noch wesentlich mehr als ein vergleichbarer Diesel. Das Joint Venture von Scania und Sennder will genau dieses Investitionsproblem umgehen: Transporteure zahlen für die Nutzung statt für den Lkw. Auf der IAA Transportation 2026 ziehen die Partner nun Bilanz – rund 110 E-Lkw fahren bereits in vier europäischen Ländern.

E-Lkw im Pay-per-Use-Modell

Die Elektrifizierung des Straßengüterverkehrs ist auf der IAA Transportation 2026 in Hannover eines der beherrschenden Themen. Doch wenngleich Reichweite und Ladeleistung steigen, bleibt für viele Transportunternehmen eine andere Hürde: der Kaufpreis. Hier setzt Juna, das 2023 gegründete Joint Venture von Scania und der digitalen Spedition Sennder, an. Das Unternehmen bietet Elektro-Lkw nach einem Pay-per-Use-Modell an. Der Transporteur muss das Fahrzeug also nicht selbst kaufen oder finanzieren.

Scania und Juna legen Zwischenbilanz auf der IAA vor

Auf der IAA haben Scania und Juna jetzt eine neue Zwischenbilanz vorgelegt: Inzwischen sind rund 110 Elektro-Lkw des Anbieters in Deutschland, Italien, Polen und den Niederlanden unterwegs. Bis Ende 2026 soll die Flotte auf etwa 150 Fahrzeuge wachsen. Scania stellt auf der Messe in Halle 12 am Stand C60 aus, Juna ist ebenfalls in Halle 12 am Stand SA02 vertreten.

E-Lkw kosten zwei- bis dreimal so viel wie Diesel

Der Ansatz zielt primär auf kleinere und mittelständische Frachtführer. Nach Angaben von Juna können Elektro-Lkw derzeit das Zwei- bis Dreifache vergleichbarer Dieselfahrzeuge kosten. Gleichzeitig würden rund 70 Prozent der europäischen Lkw von Transportunternehmen mit weniger als zehn Fahrzeugen betrieben. Gerade für solche Betriebe kann die hohe Anfangsinvestition eine erhebliche Hürde darstellen. Juna versucht deshalb, Fahrzeug und Finanzierung vom eigentlichen Transporteinsatz zu entkoppeln. Bezahlt wird nutzungsabhängig.

Analyse des Transports und der Routen

Ganz so einfach wie „Lkw mieten und losfahren“ ist das Modell allerdings nicht. Juna analysiert gemeinsam mit Verladern und Speditionen zunächst die Transportanforderungen und geeignete Routen. Hinzu kommen technische Unterstützung sowie die Planung von Fahrzeugnutzung und Ladeinfrastruktur. Damit soll vor dem Einsatz geklärt werden, auf welchen Relationen sich ein E-Lkw technisch und wirtschaftlich sinnvoll einsetzen lässt.

3,9 Millionen Kilometer in rund zwei Jahren

Dass das Modell inzwischen über einzelne Pilotfahrzeuge hinausgeht, zeigen die Laufleistungen. Seit die ersten Juna-Lkw vor gut zwei Jahren auf die Straße kamen, hat die Flotte nach Unternehmensangaben insgesamt 3,9 Millionen Kilometer zurückgelegt. Das entspricht rechnerisch fast 100 Erdumrundungen. Dabei beschränkt sich der Einsatz nicht auf kurze, täglich identische Shuttle-Strecken.

Große Verlader unter den Juna-Kunden

Laut Juna fahren die Fahrzeuge sowohl auf regionalen Relationen als auch grenzüberschreitend zwischen mehreren europäischen Ländern. Zu den Kunden gehören bereits große Verlader. Für Nestlé setzt Juna E-Lkw zur Verringerung der transportbedingten CO₂-Emissionen ein. Für Beiersdorf unterstützt das Unternehmen regionale Logistikverkehre in Hamburg.

Bis Jahresende sollen weitere 40 E-Lkw folgen

Die nächsten Fahrzeuge sind bereits eingeplant. Von derzeit rund 110 soll die Juna-Flotte bis Ende 2026 auf etwa 150 Elektro-Lkw wachsen. Das wären innerhalb weniger Monate nochmals rund 40 Fahrzeuge beziehungsweise rund ein Drittel mehr. Im Vergleich zu den Millionen Diesel-Lkw auf Europas Straßen bleibt das eine kleine Flotte. Interessanter als die absolute Zahl ist deshalb das Modell dahinter, das es auch kleineren Frachtführern ermöglicht, auf E-Lkw umzusteigen.

In Kürze: die Key Facts

  • Unternehmen: Juna
  • Eigentümer: Joint Venture von Scania und Sennder
  • Gründung: 2023
  • Geschäftsmodell: Electric-Truck-as-a-Service / Pay-per-Use
  • Aktuelle Flotte: rund 110 Elektro-Lkw
  • Marke überschritten: mehr als 100 E-Lkw im Betrieb
  • Ziel Ende 2026: rund 150 Elektro-Lkw
  • Einsatzländer: Deutschland, Italien, Polen und Niederlande
  • Gefahrene Strecke: rund 3,9 Millionen Kilometer seit Betriebsstart
  • Einsatzgebiete: regionale Shuttle-Verkehre und internationale Transporte
  • Kunden/Partner: unter anderem Nestlé und Beiersdorf
  • IAA Transportation 2026: Scania in Halle 12, Stand C60; Juna in Halle 12, Stand SA02