Mitten in den engen Gassen von Nördlingen sorgt diese selbstfahrende Arbeitsmaschine auf Basis eines MAN TGS 55.540 für Aufsehen. Für ihre vielfältigen Aufgaben wurde der Lkw bei Toni Maurer Fahrzeugbau vom Vierachser zum Fünfachser umgebaut. Es ist die neue 100-Meter-Arbeitsbühne der Wörle GmbH.
Gebaut wurde sie von Ruthmann im Münsterland. Gerade mal drei Exemplare dieser Art gibt es auf der Welt. Die Firma Wörle hat sich auf anspruchsvolle Einsätze in enormer Arbeitshöhe spezialisiert und ist ein Unternehmen mit einem jahrzehntelangen Know-how. Und das mit einem Fuhrpark, der in allen Höhen-Kategorien größtenteils mit Lastwagen von MAN besetzt ist. "Uns gefallen die Fahrerhäuser. Es sind die hochwertigen Materialien. Im Alltag ist es sehr praktisch, dass alle Instrumente in allen Lkw dort sitzen, wo sie hingehören", sagt Jörg Wörle (54), Geschäftsführer der Wörle GmbH. Und so unterschiedlich die verschiedenen Modelle sind, sind auch die Einsätze, die damit gefahren werden. Vor allem mit dem neuen TGS 55.450. "Gerade sind wir viel im Bereich Strommasten und Frei-Leitungsbau unterwegs, aber auch beim Bau von Funkmasten wird der neue MAN angefordert. Einsatzgebiete sind ebenso die Revision oder die Restaurierung von Kirchtürmen, Denkmälern und der Bau von Windkraftanlagen. In einem Kraftwerk waren wir auch schon drin. Also uns verschlägt schlägt es eigentlich in jedes Eck des Landes. Diese Technik ist so selten, dass sie nahezu überall benötigt wird", erzählt Jörg.
Der 540 PS starke Lkw hat eine Gesamtlänge von 16,35 Metern, ist 2,55 Meter breit und hat eine Höhe von knapp vier Metern. Bevor es in luftige Höhen geht, muss die Technik erst einmal startklar gemacht werden. Heute sollen Jörg Wörle und sein Sohn Felix kurz nachschauen, ob mit dem Kirchendach der Nördlinger St.-Georgskirche, im Volksmund einfach nur "Daniel" genannt, noch alles in Ordnung ist. Der Termin zieht viele Schaulustige an, die ihre Hälse in Richtung Himmel strecken. Längst haben sämtliche Vorkehrungen für einen sicheren Stand des Fahrzeuges getroffen. Danach testen Vater und Sohn erst selbst einmal, wie denn die Windverhältnisse da oben sind. Sie sind ein perfekt eingespieltes Gespann und beide fahren und bedienen die Technik. Der Wetterbericht hat einzelne Böen gemeldet. Alle sind gespannt, ob der eigentliche Einsatz überhaupt starten kann. Minuten später sind Jörg und Felix wieder am Boden.
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