Eine Betonlieferung nach der anderen. Ständig fahren Lkw. Zwei Nächte und vier Tage geht das so, bis die Unterwasserbetonsohle für die neue Schleuse bei Rheine-Rodde am Dortmund-Ems-Kanal fertiggestellt ist. 5.000 Kubikmeter Unterwasser-beton sind allein für die Sohle erforderlich. Dafür sorgt einerseits ein mobiles Betonwerk der Johann Bunte Bauunternehmung, andererseits sind aber auch die vielen Betonmischer der Firma Potthoff nicht zu übersehen, die nonstop für Nachschub sorgen.
Dauerbetonage im Minutentakt
Ein Kraftakt, weil die Unterwassersohle sozusagen aus einem Stück gegossen werden muss. So etwas zu organisieren, ist ohne Lastwagen nicht möglich, bestätigt Björn Kranz. Er arbeitet als Betoningenieur und Projektleiter bei der Johann Bunte Bauunternehmung SE & Co. KG: "Wir sitzen hier natürlich an einer Wasserstraße, aber Transportbeton kann nicht per Schiff antransportiert werden. Er muss in den Werken gemischt werden und kommt dann per Lkw auf die Baustelle". Und mit der Produktion aus dem eigenen Betonwerk und durch die Fahrzeuge der Firma Potthoff ist es nicht getan. "Kies und Sand kommen zwar mit dem Schiff, aber der Zement, die Flugasche und andere Zusatzstoffe werden mit dem Lkw antransportiert. Solche Baumaßnahmen sind also ohne Lkw undenkbar", erklärt Kranz. Die Baumaßnahme bei Rheine wird sich mit dem Neubau der kompletten Schleusenanlage voraussichtlich bis in das Jahr 2030 hinziehen. Auftraggeber ist das Wasserstraßen-Neubauamt in Datteln. Die Kosten sind gewaltig.
Bundesweit müssen viele neue Schleusen gebaut werden, weil ein seit Jahrzehnten bestehender Sanierungsstau, ähnlich wie bei den Autobahnbrücken, zu einer Gefahr für die Infrastruktur geworden ist. Güter auf dem Wasser zu transportieren, ist zwar umweltfreundlich, doch schon heute haben viele Binnenschiffe angesichts ihrer Abmessungen große Probleme, die in die Jahre gekommenen Anlagen problemlos zu passieren. Die alten Schleusen sind einfach zu klein.
Zurück auf die Baustelle. Dort wird zunächst der Unterwasserbeton angeliefert. Vorausgesetzt, er wird nicht durch die Firma Bunte direkt auf dem Gelände hergestellt. Grundsätzlich gilt aber: Beton ist noch lange nicht Beton!
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