US-Umweltbehörde EPA unter Trump: Adblue? Nicht so wichtig.

US-Umweltbehörde EPA unter Trump
Adblue? Nicht so wichtig.

Bereits im Sommer 2025 hat die EPA neue Richtlinien zur Deregulierung von Adblue-Systemen veröffentlicht. Jetzt will die US-Umweltbehörde im großen Stil Daten sammeln, um die weitere Strategie zu planen.

Adblue? Nicht so wichtig.
Foto: Julian Hoffmann

Lee Zeldin, seit Januar 2025 Leiter der US-Umweltschutzbehörde EPA, ist weiß Gott kein Fan strenger Klimaschutzgesetze. Der Trump-Vertraute steht für die Deregulierung der Umweltpolitik und setzt entsprechend auch in Sachen Abgasnachbehandlung neue Prioritäten. Zeldin will die vermeintlichen Probleme der Lkw-Fahrer und Landwirte mit störanfälligen Adblue-Abgasnachbehandlungen in den Fokus rücken.

EPA: Adblue-Störungen sind ein massives Problem

"Während meiner Reisen durch alle 50 Bundesstaaten in meinem ersten Jahr als Leiter der EPA hörte ich von Lkw-Fahrern, Landwirten und vielen anderen, die sich zu Recht über Adblue beschwerten und dringend eine Lösung forderten", wird Zeldin in einer entsprechenden Presseinfo vom 3. Februar zitiert. Die EPA verstehe, dass dies ein massives Problem sei, weshalb man bereits Richtlinien zur Aktualisierung von Adblue-Systemen erlassen haben. Zeldin spielt damit auf EPA-Richtlinien vom August 2025 an, mit denen die Hersteller aufgefordert wurden, die Notlaufprogramme bei Fahrten mit leerem Adblue-Tank und defektem Adlbue-System zu entschärfen.

Neue Richtlinie zur Entschärfung der Notlaufprogramme

In der Vergangenheit reduzierte die Software die maximale Geschwindigkeit bei leerem Adblue-Tank oder Systemfehlern in der Regel relativ schnell auf umgerechnet 8 km/h. Dies führte laut der EPA zu unnötigem Ärger, Betriebsverzögerungen und erheblichen wirtschaftlichen Einbußen für die Betreiber. Mit den "EPA-Richtlinien unter Trump", wie es heißt, sollen Lkw nach der Erkennung eines Adblue-Problems für rund 1.000 Kilometer oder 10 Stunden nur eine Warnung ausspielen.

Zwei Wochen ohne Adblue? Kein Problem.

Danach erst soll die Motorleistung "geringfügig" reduziert werden, so dass die Lkw weiter zwei Arbeitswochen oder rund 6.750 Kilometer "normal" fahren können. Erst nach etwa vier Arbeitswochen werde die Geschwindigkeit bis zur Reparatur auf 40 km/h beschränkt. Zusätzlich sollen laut der Richtlinien alle Diesel-Lkw ab dem Modelljahr 2027 so konstruiert werden, dass es grundsätzlich zu keinem plötzlichen und starken Leistungsverlust kommt, wenn der Adblue-Tank leergefahren ist.

EPA-Leiter Zeldin: Hersteller zur Rechenschaft ziehen

Zusätzlich zum Erlass der Richtlinien fordert die EPA jetzt von führenden Dieselmotorenbauern detaillierte Informationen zu den Systemen der Jahre 2016, 2019 und 2023, um die Ausfälle unabhängig bewerten zu können und festzustellen, ob sie auf bestimmte Produktgenerationen zurückzuführen sind. Zeldin wolle die Hersteller für die Systemausfälle zur Rechenschaft ziehen, heißt es. "Die EPA unter Trump setzt sich dafür ein, unnötige Frustrationen und verlorene Arbeitstage auf den Straßen und Feldern für amerikanische Landwirte und Lkw-Fahrer zu beenden", so der EPA-Leiter.

Überprüfung der NOx-Verordnung angekündigt

Die Behörde will nun gemeinsam mit den Herstellern langlebige Lösungen entwickeln, die gleichzeitig Emissionsreduzierungen und einen zuverlässigen Betrieb gewährleisten. Sie arbeite dazu aktiv an einem Vorschlag zur Überprüfung der NOx-Verordnung für schwere Nutzfahrzeuge und Motoren aus dem Jahr 2022. Es werde eingehend geprüft, ob Emissionsreduzierungen zur Einhaltung der Vorschriften möglicherweise nicht mehr erforderlich seien.