Superpanther hat bei Steyr Automotive im österreichischen Steyr die Serienproduktion seiner Elektro-Sattelzugmaschine eTopas 600 aufgenommen. Am 27. Juli rollte dort das erste Serienfahrzeug vom Band. An der Feier zum Produktionsstart nahmen unter anderem Superpanther-Gründer und CEO Chao Liu, Europa-Chef Dr. Michael Ruf sowie Steyr-Automotive-Aufsichtsratschef Siegfried Wolf teil.
Dr. Michael Ruf: eTopas ist europäisches Serienprodukt
"Unser Ziel ist es, den eTopas 600 als europäisches Serienprodukt zu realisieren: mit lokalen Anpassungen, Validierung und Fertigungsprozessen vor Ort", erklärte Dr. Michael Ruf. "Wir verstehen Europa nicht als Markt, den man einfach beliefert, sondern als System, in dem ein Fahrzeug regulatorisch, industriell und im Betrieb funktionieren muss."
Antrieb aus China, Zulieferteile aus Europa
Die Endmontage und Validierung des eTopas 600 erfolgen in Steyr, während Superpanther die zentralen Antriebskomponenten aus China liefert. Weitere Systeme stammen laut Hersteller von europäischen Zulieferern wie ZF, Schaeffler, Aumovio, Infineon, Michelin, Continental, Goodyear und Castrol. Die 4x2-Sattelzugmaschine läuft konkret also in SKD-Fertigung (SKD für semi-knocked-down, teilzerlegt) mit vormontierten Baugruppen aus China und weiteren Komponenten aus Europa in Österreich vom Band – und zwar in genau der Produktionshalle, in der einst MAN TGL und TGM produziert wurden.
Erste Kundenfahrzeuge übergeben
Im Rahmen des Serienstarts des eTopas 600 übergab Superpanther auch gleich die ersten Fahrzeuge an vier Kunden: DHL, den deutschen Transport- und Logistikdienstleister Gress, den österreichischen Einzelhändler Temmel sowie den Nutzfahrzeug-Serviceanbieter Lontex. Damit startet der kommerzielle Einsatz des eTopas 600 in Deutschland, den Niederlanden, Österreich, Polen und Tschechien.
42-Tonner mit bis zu 600 km Reichweite
Der eTopas 600 ist für ein Gesamtzuggewicht von 42 Tonnen ausgelegt, bringt laut Hersteller leer 10,8 Tonnen auf die Waage und wird von einer Dualmotor-E-Achse mit 394 kW Dauer- und 692 kW Spitzenleistung angetrieben. Die Energie liefert eine 621-kWh-LFP-Batterie aus dem Hause CATL. Laut Hersteller erreicht der E-Lkw damit rund 600 Kilometer Reichweite. Über zwei CCS2-Ladeanschlüsse kann das Fahrzeug gleichzeitig an zwei Ladepunkten geladen werden. Dabei seien in Tests Ladeleistungen von bis zu knapp 650 kW erzielt worden, wodurch sich der Akku innerhalb von weniger als 38 Minuten von 20 auf 80 Prozent laden lasse. Seit März 2026 absolvierte eine Testflotte nach Unternehmensangaben mehr als 70.000 Kilometer im Praxiseinsatz – mit einem Durchschnittsverbrauch von rund 0,94 kWh pro Kilometer.
Werkstattnetz wächst mit Alltrucks
Für Wartung und Reparatur arbeitet Superpanther mit dem markenunabhängigen Werkstattnetzwerk Alltrucks zusammen, das auch einen 24/7-Pannendienst umfasst. Parallel baut der Hersteller eigene Servicekapazitäten auf. Dazu gehören Qualifizierungsprogramme für Servicetechniker, eine Ersatzteillogistik sowie Ferndiagnose- und Over-the-Air-Updates für die Fahrzeuge.







