Was die Pkw-Welt angeht, ist die Vielfalt chinesischer Hersteller schon heute hochgradig unübersichtlich. MG, BYD und Xpeng mögen viele mittlerweile zumindest einmal aufgeschnappt haben. Aber bei Aiways, Omoda oder Jaecoo hört es dann doch auf, oder?
Und die Pkw sind erst der Anfang. Auch in der Lkw-Branche wird unsere Welt nämlich bunter. Über Windrose und Superpanther beispielsweise haben wir bereits berichtet. Doch was diese eint und differenziert von der ebenfalls schon in Kundenakquise befindlichen Marke Sany: Das sind Start-ups. Sany dagegen ist eine feste Größe auf dem E-Lkw-Markt Chinas – und das in einer Dimension, die für uns Europäer nur schwer zu begreifen ist. Sany hat allein in China 2025 rund 37.000 E-Lkw abgesetzt. Siebenunddreißigtausend. Zum Vergleich: Volvo Trucks kommt vom Start 2019 bis heute auf nur 6.500 Stromer.
Sany: Erst Baumaschinengigant, jetzt auch E-Lkw-Bauer
Dazu kommt, dass Sany in erster Linie gar kein Lkw-Bauer ist. Das privatwirtschaftliche Unternehmen ist vielmehr ein Baumaschinengigant. Laut eigener Angaben die Nummer eins, was die weltweite Baggerproduktion angeht. Schon 2012 hat Sany dazu mit der Übernahme des deutschen Betonpumpenspezialisten Putzmeister Schlagzeilen gemacht, lange bevor man überhaupt an die Produktion von Lkw gedacht hat.
Und heute? Da kann Sany schon auf neun Jahre als Diesel- und sieben Jahre als E-Lkw-Bauer zurückschauen. (Sany-Lkw mit Diesel aus der Kooperation mit Deutz werden für weniger entwickelte Regionen produziert, die Stückzahlen sind zu vernachlässigen.) China-Speed also! Allein das eigens dafür errichtete, hochautomatisierte Werk in Changsha – nur drei Menschen arbeiten hier in der Kabinenfertigung (!) – kann mal eben 300.000 Einheiten pro Jahr ausspucken. Ein Pfund. Aber auch eines, das die Sany-Mannen zu einem Absatz verpflichtet, der allein in China nicht zu machen ist. Sany also will und muss die Welt erobern. Und hat für Europa schon das passende Produkt: die 4x2-Sattelzugmaschine e263 (2 für die Achsanzahl, 63 für die Batteriekapazität).
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