Respekt an der Rampe: Initiative gegen Lkw-Stress

Lkw-Sicherheit beginnt an der Rampe
Respekt rettet Leben

27 Prozent der Lkw-Fahrer schlafen mindestens einmal pro Jahr ein – oft wegen Stress an der Rampe. Die Initiative „Hellwach mit 80 km/h" kämpft jetzt auch mit einem Song für mehr Menschlichkeit.

Respekt rettet Leben
Foto: Norbert Böwing, Max 80

Die Initiative „Hellwach mit 80 km/h" hat gemeinsam mit DocStop für Europäer e. V. und dem ETM Verlag die Kampagne „Respekt an der Rampe – Hellwach für Menschlichkeit" gestartet. Zum Launch erscheint ein zwölfminütiger Filmbeitrag bei eurotransportTV, der zeigt, was hinter der Initiative und dem Kampagnensong steckt und wie die Problemlage für Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer an Be- und Entladestellen tatsächlich aussieht.

Sekundenschlaf: Die tödliche Kette beginnt an der Rampe

Das Kernthema des Films: Was an der Rampe passiert, bleibt nicht dort. Lange Wartezeiten, fehlende Wertschätzung und respektloser Umgang mit Lkw-Fahrerinnen und -Fahrern erzeugen Stress, der sich direkt auf die Sicherheit im Straßenverkehr auswirkt. Dieter Schäfer, Polizeidirektor a. D. und Mitgründer der Initiative, erklärt die Kausalkette: „Stress wirkt sich auf das vegetative Nervensystem aus. Dadurch fühlt sich der Fahrer unwohl. Unwohlsein führt zu Schlaflosigkeit, Schlaflosigkeit führt zu Müdigkeit und Müdigkeit führt zu Sekundenschlaf." Eine Umfrage der Europäischen Transportföderation unter 2.500 Bus- und Lkw-Fahrern belegt das Problem: 27 Prozent gaben an, innerhalb von zwölf Monaten mindestens einmal bis zu dreimal eingeschlafen zu sein.

Fahrer schildern den Alltag: Respektlosigkeit als Dauerthema

Im Film kommen mehrere Unternehmer zu Wort, die das Thema aus eigener Erfahrung kennen. Henrik Müller, Lkw-Fahrer und Geschäftsführer der Henrik Müller Transport & Logistik GmbH aus Mannheim, schildert den Alltag seiner Fahrer: „Der regelmäßige Satz, den wir hören als Spedition von unseren Fahrern ist: Da will ich nicht mehr hinfahren, da werde ich schlecht behandelt."

Branchenvertreter fordern grundlegenden Kulturwandel

Joachim Fehrenkötter, Geschäftsführer der Fehrenkötter Transport & Logistik GmbH, ergänzt: „Hier wird teilweise ein Ton angeschlagen, der wenig wertschätzend ist, um es mal ganz vorsichtig zu formulieren." Stefan Weigand, Geschäftsführer der Weigand Transporte GmbH & Co. KG und BGL-Landesvorsitzender in Niedersachsen, bringt es auf den Punkt: „Wenn der Fahrer mit Respekt und Wertschätzung behandelt wurde an der Rampe, dann geht er mit einem guten Gefühl auf die Tour. Das heißt, er fährt sicher, er fährt unfallfrei."

ETM Verlag als Medienpartner: Menschlichkeit als gemeinsame Forderung

Oliver Trost, Geschäftsführer des ETM Verlags, Medienpartner der Initiative, formuliert die gemeinsame Forderung: „Ein vernünftiges menschliches Miteinander an der Rampe – das ist das, was wir fordern und was sicherlich auch helfen würde."

Song und Video als emotionaler Kern der Kampagne

Der Kampagnensong „An der Rampe fängt's an" wurde von Initiator Dieter Schäfer getextet, produziert und in Deutsch sowie zehn weiteren Sprachen auf Streamingdiensten veröffentlicht. Zur deutschen Version entstand zusätzlich ein Musikvideo: Umgesetzt vom Filmemacher Norbert Böwing, mit dem Mannheimer Transportunternehmer Henrik Müller als Hauptdarsteller – einem „echten Max Achtziger". Unternehmen können als „Fair Ramp Partner" an der Kampagne teilnehmen und das Kampagnenmotiv an ihren Rampen sichtbar machen. Die Initiative ist unter den Hashtags #RespektAnDerRampe, #HellwachMit80 und #FairRamp in den sozialen Medien präsent.

Initiator Schäfer: „Den Fahrer in Watte packen – nicht stressen"

Schäfer fasst den Anspruch der Kampagne zusammen: „Die stehen unter massivem Druck. Und wenn sie überleben wollen, müssen sie anerkennen, dass das stärkste Glied in der Versorgungskette – das schwächste habe ich vorhin gesagt, aber auch das stärkste – der Fahrer ist. Und wenn ich ein so starkes Glied in der Kette habe, dann muss ich es in Watte packen und nicht stressen. Und deswegen: Emotionen, Ohrwurm, ins Ohr, direkt ins Herz. Und vom Herz wieder ins Hirn."