Neues Werk, Billig-Lkw: Scania drängt nach China

Neues Werk und Low-Budget-Lkw
Scania rückt China in den Fokus

Chinas Lkw-Hersteller machen sich bereit für Europa – das ist bekannt und wird gefürchtet. Scania aber beweist, dass es sich bei diesem Bestreben nicht um eine Einbahnstraße handeln muss: Die Schweden investieren massiv in China und bauen für das Reich der Mitte sogar einen eigenen Low-Budget-Lkw.

Scania China Next Era Rugao Hub Werk 2025
Foto: Scania

Während Scania in Europa gern zurückhaltend auftritt und selbst Prestige-Projekte wie die Rückkehr des Longline kaum zelebriert, hauen die Schweden in China richtig auf den Putz. Mitte Oktober verkündete der Lkw-Hersteller aus dem Traton-Konzern die Eröffnung seines neuen globalen Industriezentrums in der "kleinen" Millionenstadt Rugao knapp 200 Kilometer nordwestlich von Shanghai. Ein Meilenstein in der langen Geschichte der Marke, tönen die Schweden. Ein Schritt, der nicht nur die weltweite Präsenz von Scania stärken, sondern das Unternehmen zudem im Herzen des größten Lkw-Marktes überhaupt positionieren soll.

Scania: Zwei Milliarden Euro für China

Rugao steht für eine, wenn nicht die bisher größte globale Investition von Scania. Rund zwei Milliarden Euro lassen sich die Schweden ihre neue Präsenz kosten. Das frische China-Werk erstreckt sich laut Unternehmensangaben über eine Fläche von 800.000 Quadratmetern, das sind gut 112 Fußballfelder. Die Produktionskapazität beziffert Scania auf 50.000 Fahrzeuge pro Jahr, was in erster Linie die Nachfrage in China decken, aber auch für weitere Märkte in Asien genutzt werden soll. Die Chinesen dürfen sich auf über 3.000 Arbeitsplätze freuen, auch in der Forschung und Entwicklung.

Mehr noch: Das Scania-Werk in Rugao wird laut Unternehmensangaben zudem nahezu vollständig mit erneuerbaren Energien betrieben, darunter lokal erzeugtes Biogas und zertifizierter Ökostrom. "Nachhaltigkeit ist in jeden Bereich unseres neuen Werks in Rugao integriert: von der Energieversorgung bis zum Abfallmanagement", sagt Ruthger de Vries, der bis Januar als Präsident von Scania Industrial Operations Asia tätig war. Er will damit mal eben neue Maßstäbe setzen für die Industrieproduktion.

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