Mit weit mehr als 30 Jahren im Dienste des FERNFAHRER-Magazins, abgesehen von einem kleinen Ausflug nach München, hatte Jan Bergrath mehr Jahre auf dem Buckel, als die aktuelle Redaktion zusammen. Kaum einer kannte die Sorgen und Nöte der Lkw-Fahrer auf Europas Straßen so gut wie er.
Wie eingangs erwähnt, zog Jan dabei einen ziemlich vollen und bunten Anhänger mit sich. Er hat immer wieder gerne von seinen Lkw-Touren nach Irland in den 80er-Jahren oder seine Nebenrolle bei einer der Türkei-Folgen der Kult-Serie „Auf Achse“ erzählt. Als Buchautor hat er ebenso für Aufsehen gesorgt, ob mit Krimi oder Kochbuch. Und natürlich kennen und schätzen wir ihn für seine unzähligen Artikel und Geschichten im FERNFAHRER oder auch im Netz, vom Faktencheck über den Brennpunkt oder verschiedene Serien zu wichtigen Themen wie der Fahrergesundheit bis hin zu „Jans Blog“, wo er immer wieder den Finger in die Wunden gelegt hat. So wurde so mancher Verantwortlicher zum Handeln gezwungen. Und dabei hatte Jan seine Stammleserschaft immer fest im Blick: die Lkw-Fahrer.
Darum hat Jan auch während der Corona-Zeit gesagt „Wir müssen was machen für die Fahrer!“ und dabei das Talk-Format FERNFAHRER live aus der Taufe gehoben, bei dem Fahrerinnen und Fahrer virtuell über aktuelle Themen diskutiert haben.
Seine Arbeit war untrennbar mit ihm verbunden, ein echter Lebensinhalt. Einen privaten Jan gab es nur selten. Bis zuletzt hat er sich unermüdlich für die Transportbranche engagiert. Wir denken dabei auch sehr gerne an die unzähligen Telefonate mit ihm zurück. Oft direkt vor oder nach seiner täglichen Fahrt mit dem Rad an den Rhein, oft bei Cappuccino oder Kölsch. Aber selbst, wenn wir dann doch mal über Gott und die Welt sprachen: Wir sind immer wieder auf die Transportbranche gekommen, egal, wie weit die Gedanken vorher geschweift waren.
Dabei hat er sich nie unterkriegen lassen. Mit seiner Krebserkrankung ging er deshalb auch sehr offen um. Sie hat ihn geschwächt, aber er hat gekämpft. Ein Auf und Ab. Am Ende ging es einmal zu viel bergab, und er hat den langen Kampf nun leider verloren.
Aber wir sind uns sicher, dass er auch an seiner nächsten Station nicht nachlassen wird. Sollte es da oben irgendwo nicht ganz gerecht zugehen, wissen wir zumindest: Jan macht das zum Thema.
Mach’s gut, lieber Jan. Wir sind dankbar, dich im Team gehabt zu haben. Du fehlst.





