Lange Jahre nach der Weltpremiere in 2017 scheint dieser Tage endlich Bewegung zu kommen in die Tesla-Semi-Story, Tesla nämlich hat still und heimlich die Produkt-Webseiten zu seinem E-Truck aufgefrischt. Kurios: Es sind dort immer noch die Fotos des mittlerweile schon veralteten Modells zu sehen. Tesla nämlich hat bereits im November letzten Jahres auf einer Aktionärsversammlung ein Bild eines Facelifts gezeigt, das nun schmale horizontale LED-Scheinwerfer trägt und verkürzte Seitenfenster, die mit den Türen enden (siehe das Foto hier im Artikel).
Long-Range-Variante mit 800 km Reichweite
So oder so: Der Semi, der 2026 endlich in die Großserienproduktion im Werk im US-Bundesstaat Nevada starten soll, wird laut der aktuellen Daten der Tesla-Webseite – wie schon zu Beginn angekündigt – in zwei Ausführungen zu haben sein: als Standard-Range und Long-Range. Während für die Standard-Variante eine Reichweite von umgerechnet rund 520 Kilometern angegeben wird, soll der Long-Range 500 Meilen und damit etwas mehr als 800 Kilometer am Stück zurücklegen können.
Nummer eins in Sachen Batteriekapazität
Legt man den vom Hersteller kommunizierten Verbrauch von 1,7 kWh pro Meile (circa 1,1 kWh pro Kilometer) zugrunde, dürfte das für nutzbare Batteriekapazitäten von rund 550 respektive 850 kWh sprechen. Zum Vergleich: der Mercedes eActros 600 verfügt über eine nutzbare Kapazität von 600 kWh. Der Long-Range-Semi wäre also eine neue Messlatte in Sachen Batteriegröße und damit Reichweite. Und mehr noch: Auch in Sachen Ladegeschwindigkeit und Antriebsleistung will Tesla neue Maßstäbe setzen.
1.088 PS treffen auf neun Tonnen Leergewicht
Der Semi soll mit bis zu 1,2 Megawatt geladen werden können. Seine beiden Antriebsachsen kommen zudem dank gleich dreier E-Motoren laut Hersteller auf eine Leistung von 800 kW – sage und schreibe 1.088 PS. Auch ein elektrischer Nebenantrieb mit bis zu 25 kW soll zusätzlich verfügbar sein. Das Leergewicht der Standard-Variante gibt Tesla wiederum mit unter neun Tonnen an. Der Long-Range-Semi soll umgerechnet 10,4 Tonnen auf die Waage bringen.
Von 180.000 auf wahrscheinlich 300.000 Dollar
Eine ganz besondere Zahl, die aber nicht offiziell von Tesla kommt, lässt ebenfalls aufhorchen: 300.000. So viele Dollar sollen für den Long-Range-Semi nun tatsächlich fällig werden, nachdem Tesla zur Weltpremiere in 2017 noch einen voraussichtlichen Preis von 180.000 Dollar kommuniziert hat. Die 300.000-Dollar-Hausnummer wurde von der LA Times verbreitet, die diese Information aus Dokumenten gezogen haben will, die ihr im Rahmen der Fördergeld-Anträge für E-Lkw in Kalifornien vorliegen.
Wegen des schwachen Dollars entspricht das kaum mehr als 250.000 Euro, was für europäische Verhältnisse immer noch ein ausgesprochen günstiger Preis wäre für einen E-Lkw mit einer derartigen Batteriekapazität. Das Interesse am Tesla Semi dürfte also auch in Europa ungebrochen sein, trotz der riesigen Differenz zu den 2017 in Aussicht gestellten Kosten und der geradezu einzigartigen Verzögerungen, die Tesla mit dem Semi jetzt schon hinter sich hat.







