Aus heutiger Sicht ist Bio-LNG die wirtschaftlich sinnvollste Alternative in Form eines fortschrittlichen Biokraftstoffs im Fernverkehr. Wir sprechen über eine sofort verfügbare Lösung, die CO₂-Emissionen reduziert und gleichzeitig die Betriebskosten senkt. Bei aktuellen Marktpreisen von etwa 50 bis 60 Cent netto pro Kilogramm liegt Bio-LNG signifikant unter den operativen Kosten von Diesel – und erst recht unter anderen alternativen Antriebsformen. Für Spediteure ist das entscheidend. Transformation funktioniert nur, wenn sie wirtschaftlich tragfähig ist. Bio-LNG erlaubt es Flottenbetreibern, ihre Klimaziele zu adressieren, ohne auf Förderprogramme angewiesen zu sein.
Bio-LNG unterliegt nicht zwingend dem Gas-Spotpreismarkt, da sein Preis primär durch stabile Produktionskosten aus Biomasse und dem für den Inverkehrbringer erzielbaren Wert der CO₂-Einsparung (THG-Quote) bestimmt wird statt durch globale Handelsströme. Signifikante Preissprünge wie 2022 sind laut der Tankstellenbetreiber damit nicht zu befürchten. Zudem sind die Spediteure über die aktuell angebotenen Festpreisverträge bei Bio-LNG gegen kurzfristige Preisschwankungen kalkulatorisch abgesichert. Allerdings zeigt die Eskalation im Iran deutlich, wie volatil die fossilen Energiemärkte weiterhin sind, Bio-LNG ist davon weitgehend entkoppelt.
Wenn wir Bio-LNG mit Diesel, HVO, Strom oder H2 vergleichen, sehen wir aktuell eine deutliche Entlastung auf der Kostenseite. Je nach Einsatzprofil können Speditionen ihre Energiekosten um fünfstellige Beträge pro Fahrzeug und Jahr reduzieren. Und die Politik könnte hier künftig noch weiter unterstützen. Da unsere mit Bio-Methan betreibbaren Sattelzugmaschinen und Fahrgestelle real messbar niedrige CO₂-Emissionen erreichen, beziehungsweise sogar klimapositiv unterwegs sind, wäre eine Einstufung in Mautklasse 4 nur gerecht. Eine solche Klassifizierung würde einen Anreiz von bis zu 11 Cent pro Kilometer schaffen. Zudem nutzt Deutschland aktuell noch nicht die Möglichkeit, zwischen LNG und Bio-LNG steuerlich zu unterschieden – beide unterliegen dem gleichen Energiesteuersatz. Darum fordern die im VDA organisierten Nutzfahrzeughersteller die Energiesteuer national anzupassen und erneuerbare Kraftstoffe auf den EU‑Mindeststeuersatz abzusenken.
Wir setzen bei Iveco auf eine Multi-Energy-Strategie, das heißt, wir bieten unseren Kunden eines der umfangreichsten Angebote an alternativ angetriebenen Fahrzeugen mit hydriertem Pflanzenöl (HVO), Bio-CNG, Bio-LNG, Strom und Wasserstoff auf dem Markt an. Aus unserer Sicht werden wir auch langfristig mehrere Antriebstechnologien sehen. Iveco hat inzwischen ein deutlich breiteres Portfolio an emissionsfreien Fahrzeugen als je zuvor mit Verbrennungsmotoren. Aber die entscheidende Frage lautet: Was funktioniert heute im realen Fernverkehr? Batterieelektrische Konzepte stoßen bei Reichweite, Ladeinfrastruktur und bei den Anschaffungskosten an Grenzen. Wasserstoff ist technologisch spannend, aber wirtschaftlich und infrastrukturell noch nicht im Masseneinsatz angekommen. Bio-LNG hingegen ist skalierbar, praxiserprobt, sowie deutlich günstiger als HVO und Diesel. An fast allen LNG-Tankstellen in Deutschland wird heute Bio-LNG angeboten. Der Anteil von Bio-LNG am gesamten LNG-Absatz im Schwerlastverkehr in Deutschland liegt aktuell bei rund 99 Prozent. Zudem wächst die Tankstelleninfrastruktur kontinuierlich, die Technologie ist ausgereift, und die CO₂-Bilanz von Bio-LNG ist mehr als überzeugend.
Der Iveco S-Way LNG als auch der Iveco X-Way LNG sind die zentralen Elemente unseres schweren Gasportfolios. Mit dem 500 PS starken xCursor-13-Otto-Motor bieten beide Fahrzeuge die Leistung, die im Fernverkehr erwartet wird – ohne Kompromisse bei Zugkraft, Fahrdynamik und Komfort. Gleichzeitig ermöglichen die LNG-Tanks mit insgesamt 1.080 Litern Volumen eine Reichweite von bis zu 1.700 Kilometern, abhängig vom Einsatzprofil. Das ist entscheidend für zuverlässig planbare Touren und eine hohe Einsatzflexibilität.
Meine Botschaft ist pragmatisch: Wer heute seine Kosten senken und gleichzeitig CO₂ reduzieren will, sollte sich unsere mit Bio-LNG betreibbaren Lkw genau anschauen. Und damit meine ich nicht, dass Spediteure sich nicht auch mit batterieelektrischen Fahrzeugen beschäftigen sollten, vor allem dort, wo bezüglich Route, Lademöglichkeiten und Kosten dies sinnvoll erscheint. Aber Bio-LNG ist aktuell und auf absehbare Zeit der günstigste alternative Biokraftstoff am Markt, sofort verfügbar und technisch ausgereift.












