Womit haben wir das eigentlich verdient? Das darf man sich schon fragen als Teammitglied des FERNFAHRER beim Anblick des neuen Partnertrucks von Günter Justen. Vier Lkw laufen aktuell im Unternehmen des Flußbachers, davon jetzt drei mit Aufliegern samt FERNFAHRER-Beschriftung. Ein Bild, das im Verlag durch die Reihen für Begeisterung sorgt. Und für Dankbarkeit. Günter, wie cool bist du? Als ein Mann, der in den letzten Jahren tiefe Schicksalsschläge wegstecken musste, in einer Branche, die so herausfordernd ist – da schaust du weiter tapfer nach vorne. Das lässt uns nicht kalt und das steckt offensichtlich auch dein Umfeld an.
Warum? Weil Günter sonst wohl kaum so viele Leute vom richtigen Schlag um sich hätte scharen können, die ein derartiges Projekt mit dem nötigen privaten Engagement angehen. Zum Beispiel die Mannschaft von Zabel LED Design oder Ulrich Berndt, Gebietsverkaufsleiter von Kögel. Und die Herren von MAN in Wittlich, namentlich Verkäufer Oliver Hildebrand und Werkstattmeister Eric Groß. "Die haben mich von Beginn an super unterstützt und nur mit solchen Leuten kann dann so ein Zug auch entstehen bei einem kleinen Unternehmer wie mir", erzählt Günter. Bei der Montage der Zubehörteile, beim Verlegen der Kabel für die beleuchteten Gimmicks – da hat die MAN-Crew auch mal Fünfe gerade sein lassen. "Eric hat letztes Jahr sogar noch Samstag morgens gearbeitet am Auto, weil zuerst falsche Teile geschickt wurden und ich damit solo zum Truck-Grand-Prix wollte", erzählt Günter.
Ja: So neu ist Günters MAN nämlich gar nicht mehr. Wenige Tage vor dem Truck-Grand-Prix im letzten Jahr hat er den TGX 18.520 mit der D26-Maschine schon in Betrieb genommen. Jetzt hat er die 100.000 Kilometer vollgemacht – allerdings inkognito, noch ohne den neuen FERNFAHRER-Auflieger. Als vollständiges Gespann feierte der Partnertruck nämlich erst zum diesjährigen Truck-Grand-Prix seine Premiere. Als Original am FERNFAHRER-Stand ebenso wie als Herpa-Modell im Maßstab 1 : 87 (Link zum Modell unten).
Das Design des MAN: Moderner Look in Schwarz-Grau
Der neue Partnertruck also ist ein Sattelzug, der in allen Größen Eindruck macht. Weil er vom Kleinen bis ins Große mit einem Hang zur Perfektion auf die Räder gestellt wurde. Das fängt schon mit der Kühlermaske an: Im Normalfall ist sie mattschwarz ausgeführt. Bei Günter musste es aber ein glänzendes Schwarz sein, auch wenn dafür fleißig gespachtelt und lackiert werden musste. Gleiches Spiel bei den Radhausblenden der Zugmaschine, auch sie sollten wie die Radmutter-Schutzblenden und die untere Hälfte der Sonnenblende in Schwarz glänzen.
Auch die Seitenfensterlinien hat Günter passend mit einer Folie bis in die Sideflaps verlängert. Dieses tiefe Schwarz wiederum harmoniert grandios mit dem Chrom der Sidebars und des Lampenbügels von HS Schoch sowie der MAN-Kühlergrillspange. Und: Es schafft in Kombi mit dem schicken Achatgrau des Trucks einen cleanen, modernen Look. Zumindest tagsüber.
Denn mit fortschreitender Dämmerung sind es dann doch die beleuchteten Spielereien, die den Betrachter in ihren Bann ziehen – die hinterleuchteten MAN-Schriftzüge an der Front und der Seitenverkleidung auf der Fahrerseite beispielsweise. Oder die unter der Frontschürze und in den Chrombügeln montierten LED-Positionsleuchten. Und natürlich – als vielleicht exklusivste Besonderheit – die beleuchteten MAN-Löwen auf den Seitenspiegeln. Wer will da noch Kameraarme?
Bis ins Detail verfeinert: Der Kögel mit FERNFAHRER-Schriftzug
Nur: Allein die Zugmaschine ist es nicht, die den neuen Justen-Truck ausmacht. Es ist das Zusammenspiel mit dem Auflieger, der mit dem Design unseres FERNFAHRER-Grafikers Marcus Zimmer und der tatkräftigen Unterstützung von Kögel-Mann Ulrich Berndt bis ins Detail verfeinert wurde. Nehmen wir allein den oberen Abschluss: Normalerweise ist der aus einem hellgrauen Kunststoff gefertigt, für den Partnertruck aber wurde das Teil in schwarz lackiertem Metall ausgeführt. Aber weit mehr noch: Der Kögel Cargo mit seinen 33 Querträgern, den 24er Palettenkästen in Wagenfarbe, den schicken Alufelgen auf SAF-Achsen und den klassischen LED-Rundleuchten am Heck verfügt außerdem über Miederhoff-Direktspanner ohne schlappe Gurte und einen mit Riffelblech verstärkten Abschluss zum Schutz des Ladebodens an der Rampe.
Dazu hat Günter in eine Dachenteisungsanlage investiert. "Wenn der Fahrer den Lkw abstellt, kann er per Tastendruck an der Auflieger-Front den Luftschlauch im Dach aufblasen. Dann fließt das Wasser seitlich ab und es bilden sich keine Eisschollen", erklärt Ulrich. "Sollte der Fahrer den Schlauch beim Wegfahren vergessen, wird die Luft außerdem bei der ersten Bremsung automatisch abgelassen." Günter nickt. "Das macht einfach Sinn. Welcher Fahrer will nachts um zwei Uhr im Winter oben das Dach freimachen? Das macht keiner. Und genau deshalb haben wir dieses System in jedem Trailer verbaut. Genauso wie den Palettenanschlag mit den zusätzlichen Zurrringen." Damit muss man die Plane nicht mehr aufmachen, um von außen die Haken einzuhängen, ergänzt Ulrich. "Das lieben alle Fahrer", sagt Günter. "Das ist tiptop, das System."
Ein Truck für alle Fälle - mit dem Geschäftsführer am Steuer
Stellt sich zuletzt nur noch die Frage, wer das neue Partnertruck-Schmuckstück bewegen darf. "Ich selbst", erzählt Günter. Fahrer nämlich sind auch für ihn als leidenschaftlicher Spediteur und Chef mit dem Herz am rechten Fleck Mangelware. "Ich würde direkt um zwei Lkw aufstocken, wenn ich die Leute hätte", sagt er. Immerhin: Damit darf Günter auch höchstpersönlich die Anerkennung der Kollegen genießen für seinen Truck.
Meist steuert er das MAN-Kögel-Gespann im Übrigen vom südlichen Rand der Vulkaneifel bis in die Schweiz. Von Montag bis Freitag, mit Luftfederung und Komfortausstattung vom klimatisierten Sitz über die Kaffeemaschine bis zum Fernseher. Und was macht sich dabei auf der Ladefläche des Kögel breit? "Alles", wie Günter es schön umreißt. "Wir fahren alles: Werkzeuge, Servietten, Bier, Kaffeebecher." Und das FERNFAHRER-Design auf den Planen nicht zu vergessen. Also Glück auf, Günter! Auf viele weitere unfallfreie Kilometer.







