Mahle MCT-E-Motor ohne Seltene Erden

Mahle auf der IAA Transportation 2026
MCT-E-Motor kommt ohne Seltene Erden aus

Mahle zeigt auf der IAA Transportation einen neuen E-Motor für schwere Nutzfahrzeuge, der ohne Permanentmagnete und Seltene Erden auskommt.

MCT-E-Motor kommt ohne Seltene Erden aus

Der sogenannte Mahle Contactless Transmitter (MCT) ist für elektrische Antriebsachsen schwerer Nutzfahrzeuge ausgelegt. Die Erregerleistung wird kontaktlos auf den Rotor übertragen. Dadurch kommt der Motor ohne Permanentmagnete aus.

Nach Angaben von Mahle lassen sich gegenüber einer vergleichbaren permanenterregten Synchronmaschine bis zu drei Kilogramm Seltenerdmagnete pro Fahrzeug einsparen.

370 kW Spitzenleistung

Der MCT-Motor erreicht eine Spitzenleistung von 370 kW und ein Drehmoment von mehr als 900 Nm. Gleichzeitig soll der Antrieb bis zu zehn Kilogramm leichter sein als vergleichbare Lösungen.

Im VECTO-Zyklus gibt Mahle einen Wirkungsgrad von 95 Prozent an. Auch in realen Fahrzyklen soll der Motor über einen breiten Einsatzbereich effizienter arbeiten als vergleichbare permanenterregte E-Motoren.

Mit dem Verzicht auf Seltene Erden will das Unternehmen zudem die Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen reduzieren.

Range Extender ergänzt das Angebot

Auf der IAA Transportation zeigt der Stuttgarter Automobilzulieferer außerdem ein Range-Extender-System für batterieelektrische Lkw. Die Einheit kombiniert Verbrennungsmotor, Generator, Thermomanagement, Kraftstoff- und AdBlue-Tank sowie Abgasnachbehandlung.

Der Hochvoltgenerator leistet dauerhaft 110 kW und kurzfristig bis zu 130 kW. Das System soll rund ein Drittel der Batteriekapazität eines E-Lkw ersetzen und das Fahrzeuggewicht um etwa 600 Kilogramm reduzieren. Mahle gibt eine Gesamtreichweite von mehr als 800 Kilometern an.

Nach Unternehmensangaben laufen bereits erste Projekte mit Nutzfahrzeugherstellern, in deren Rahmen Prototypen aufgebaut und im Straßenbetrieb getestet werden sollen.

Mehrere Technologien im Blick

Mahle setzt neben batterieelektrischen Antrieben weiterhin auf Wasserstoff und erneuerbare Kraftstoffe wie HVO100, Bioethanol und Bio-LNG. Das Unternehmen fordert entsprechend technologieoffene politische Rahmenbedingungen für die Defossilisierung des Straßengüterverkehrs.